Wie ich schon früher erwähnte, wurde der kleine Sava Dukač dem Ochrim Pidnebesnij übergeben, damit ihn dieser lesen und schreiben lehre; dieser erkannte die rasche Auffassungsgabe und die tiefe Religiosität des Knaben und übertrug auf ihn seine volle warme Seele.

Sava zahlte seinem Lehrer mit gleicher Münze und so entwickelte sich zwischen ihnen ein Verhältnis und ein Bund, so zart und doch so stark, daß, als der alte Dukač den Knaben nach dem Kloster, in dem er selbst lebte, bringen ließ, um ihn, dem gemachten Gelöbnisse der Mutter gemäß, dem Dienste der Kirche zu weihen, dieser dort schwermütig wurde, Heimweh nach der Mutter und Ochrim bekam und zu kränkeln anfing.

Dieses Heimweh, dieses Unwohlsein steigerte sich so, daß Sava, der überhaupt zart gebaut war, diesem erlag, bettlägerig wurde und gewiß gestorben wäre, wenn nicht Ochrim sich beeilt hätte, ihn zu besuchen.

Er begriff und erriet die Krankheit des Knaben und nach Paripsami zurückgekehrt, wußte er es der Dukačin klar zu machen, daß das Gott gemachte Gelöbnis nicht darin bestehe, Kindermord zu treiben; er riet ihr, den Knaben aus dem Kloster zu nehmen, ihn dort nicht quälen zu lassen und aus ihm kein „lebendiges“ Opfer zu machen.

Ochrim wies ihr einen, den Kleinrussen nicht gänzlich unbekannten Weg behufs Ausführung und Ableistung des Gelöbnisses; er riet ihr den Knaben in einer geistlichen Lehranstalt, einem Seminar, studieren zu lassen, damit derselbe ein Dorfgeistlicher, ein Pope werde, welcher den Armen und Elenden seiner Gemeinde viel gutes erweisen könne.

Die Dukačin ließ sich von den Ausführungen des Ochrim überzeugen und der kleine Sava wurde aus dem Kloster abgeholt und dem Seminar übergeben.

Dieses Vorgehen der Dukačin haben alle gebilligt, nur die Kerasivna nicht, in welcher sich überhaupt ein Geist des Widerspruches breit machte, sobald es sich um irgend eine Angelegenheit ihres Patenkindes handelte.

Man war sich darüber nicht völlig klar, ob sie denselben liebe oder hasse.

Ihr eigentümliches Verhalten gegenüber ihrem Täufling äußerte sich vom Tage seiner Geburt, namentlich dann, wenn das Kind in die Kirche gebracht wurde, um das heilige Abendmahl zu empfangen.

Bei einer solchen Gelegenheit schrie die Kerasivna in der Kirche mit lauter Stimme: