„Was tut ihr denn! ... nicht nötig ... trägt ihn nicht ... es ist ein solches Kind, daß man zum heiligen Abendmahl nicht zulassen kann ...“
Die Leute beachteten jedoch ihr Geschrei nicht ... deshalb wurde sie grün und gelb vor Wut und Galle, lachte hell auf und bat:
„Laßt mich rasch heraus, daß meine Augen nicht sehen, wie Christi Blut einem unwürdigen Geschöpfe gegeben wird.“
Gefragt, weswegen sie sich so aufrege, gab sie zur Antwort:
„Mir ist gar so schwer ums Herz!“
Daraus zogen die Leute den Schluß, daß von dem Augenblicke an, als sie ihr Leben zum besseren änderte und zu hexen aufhörte, der Teufel dennoch ein kleines Kämmerchen in ihrem Herzen bewohne, in welchem er sich in Gesellschaft mit noch kleineren Teufelchen recht behaglich einnistete, die die Kerasivna stets beunruhigen und namentlich sie gegen den kleinen Sava aufregen, damit sie ihren Täufling nicht liebe.
Und tatsächlich haben die Teufel die Kerasivna so aufgeregt, daß sie, als der Sava ins Kloster gebracht werden sollte, drei Werst dem Schlitten nachlief, ohne Unterlaß schreiend:
„Fahrt ihn nicht ins Kloster ... dort gehört er nicht hin ... er ist nicht dazu bestimmt ... ihr fahrt euere Seele in die Hölle ... ihr nehmet eine große Sünde auf Euch ...“
Selbstverständlich nahm Niemand Rücksicht auf ihr Schreien, Schelten, Schimpfen, ja man achtete gar nicht darauf und vergaß bald diesen eigentümlichen, unerklärlichen Vorfall; als aber der kleine Sava aus dem Kloster zurückgeholt worden ist, und in jene Schule, welche ihn zum Geistlichen, Popen oder Mönch hätte ausbilden sollen, gebracht wurde, da fing erst das Elend mit der Kerasivna an; sie wurde dadurch so aufgeregt, daß sie sogar einen leichten Schlaganfall erlitt und lange Zeit nicht sprechen konnte, die Sprache gewann sie erst dann, als Sava bereits längere Zeit im geistlichen Seminar sich befand, wieder.
Bei der Aufnahme des Sava ereignete sich auch etwas eigentümliches ... es fehlte nämlich der Matrikelauszug, der Taufschein, welcher nicht beigebracht werden konnte, denn trotz allem Suchen und Nachforschen konnte die Eintragung, wann das Kind in Peregudi getauft worden sei, im Kirchenbuche nicht gefunden werden.