Doch dieses Fehlen von Taufscheinen, welches bei Aufnahme in die Stadt- und Dorfschulen ein großes Hindernis bietet, besitzt für die Kirchenschulen und Seminarien keine oder nur geringe Bedeutung, denn den Leitern dieser Schulen ist sehr wohl bekannt, daß die Popen nicht selten sogar ihre eigenen Kinder in die Matrikelbücher einzuschreiben vergessen.

Denn nach der Taufe pflegt man während des Schmauses recht brav zu trinken, so daß schließlich die Hände zittern und nicht im Stande sind ein Glas, geschweige denn eine Feder zu halten, man verschiebt deshalb die Eintragung auf den anderen Tag, an dem sich jedoch das wiederholt, was sich gestern ereignete, denn es muß der Rest aller trinkbaren Flüssigkeiten vertilgt werden, daraus resultiert am dritten Tage ein so schwerer Kopf, daß es dem Besitzer desselben absolut unmöglich ist, sich an etwas zu erinnern, was an den vorhergehenden zwei Tagen vor sich gegangen ist — und so vergehen einige Tage, ehe der Kopf sich aufhellt; während dieser Zeit ist auch die Eintragung — vergessen.

Da solche Fälle nicht zu den Seltenheiten gehören, betrachtete man auch diesen Fall als solchen und ließ selben gerade sein.

Der Vikarius schimpfte zwar und nannte den Popen von Peregudi einen Säufer, nahm aber den kleinen Sava, auf Grundlage der ihm vom dortigen Geistlichen mitgegebenen Ausweise über Kirchenbesuch und namentlich besonders schönen Bemerkungen über dessen Religiosität und Aufführung auf.

So nahm die ganze Angelegenheit ein Ende zu allseitiger Zufriedenheit.

Sava lernte gut, beendete die Schule und das Seminar und wurde dazu bestimmt auf die Akademie geschickt zu werden, als er für alle unerwartet die Bitte aussprach, ihn als einfachen Dorfgeistlichen wirken zu lassen.

Während der Zeit, als Sava die Schule besuchte starb der alte Dukač im Kloster; seine Mutter jedoch lebte nach wie vor in Paripsami und es traf sich ganz eigenartig, daß gerade zur Zeit, als Sava seine Ausbildung beendete, der alte Pope in seinem Geburtsorte starb.

Sava bewarb sich um diese Stelle und erhielt sie auch.

Über diese unerwartete Nachricht war das ganze Dorf höchlichst erfreut, nur die Kerasivna allein, die stark gealtert erschien, hätte über diese Neuigkeit fast den Verstand verloren.

Sowie man ihr mitteilte, ihr Täufling, der Sava, werde Seelsorger von Paripsami, seinem Geburtsorte, da zerriß sie ihr Kleid, schlug sich heftig auf die Brust, fiel auf einen Haufen von Streu und Reisig und rief: