Dazu hatte nicht wenig beigetragen, daß Savas Mutter noch lebte, und der Pope selbst seine Mutter liebte, hochachtete, ehrte und schätzte und daß er sofort nach seiner Ankunft nach seiner Patin, der Kerasivna, frug und sie zu sehen und zu begrüßen wünschte.

Dadurch, daß sie eine Hexe sei, ließ sich Sava nicht stören.

Alle waren sofort davon überzeugt, es werde keinen besseren und ausgezeichneteren Seelsorger geben als den Sava.

Und tatsächlich ist dies auch der Fall geworden, wie es in der Folge sich erwies.

Alle ohne Ausnahme hatten ihn liebgewonnen, sogar die Kerasivna hatte nichts an ihm aussetzen oder gegen ihn einwenden können; aber dennoch zog sie von Zeit zu Zeit ihre Augenbrauen zusammen, seufzte und meinte:

„Das wäre ja alles recht schön, wenn nur der Fisch in der Suppe wäre.“

Nach ihrer Ansicht gab es keine Fischsuppe ohne Fisch.

Es hatte den Anschein, daß nach Ansicht der Kerasivna der Pope doch nichts wert ist, und sich dieses in kurzer Zeit offenbaren werde, obzwar Sava sonst ein sehr guter und braver Mensch sei.

Und so war es auch; man fing an zu bemerken, daß er, Sava, nicht so vorgehe wie die übrigen Popen; er war nicht reich, und dennoch hatte das Geld für ihn keinen Wert; dann, als seine Frau starb, da heulte er nicht und nahm auch keine junge Wirtschafterin auf; — als dann einmal einige Frauen zu ihm kamen um sich mit ihm zu beraten, ob sie nicht nach Kiev wallfahren gehen sollten, da riet er ihnen davon ab und meinte, daß es Gott gefälliger sei, wenn sie sich der Armen und Elenden annehmen und vor allem anderen in ihren eigenen Hütten ein stilles, ruhiges, arbeitsames, Gott ergebenes Leben führen; was gegebene Gelöbnisse anbelangt, so zeigte nach dieser Richtung hin Sava eine besonders große Kühnheit, in dem er Frauen von denselben absolvierte und die Sünde auf sich selbst nahm.

Jemanden von einem Gott gegebenen Gelöbnisse oder Opfer zu absolvieren und loszusprechen ... das erschien vielen fast eine Gotteslästerung zu sein, die man von einem getauften Menschen kaum, von einem Priester schon gar nicht erwarten konnte.