Doch dabei blieb es nicht; das Wundern und Kopfschütteln nahm kein Ende, ja man regte sich geradezu auf, als während der großen Fasten Sava Niemanden verbat Fleisch zu essen und darauf hinwies, alles das zu essen, was ihm Gott bescheret hat, auch Niemanden öffentliche Kirchenbuße auferlegte; fand er Ursache, eine Strafe aufzuerlegen, dann war diese Strafe so eigener Art, daß alle darüber ihr Staunen nicht unterdrücken konnten.

So belehrte er, um ein Beispiel anzuführen, den Müller Gawrila, welcher, wie bekannt, mit einem falschen Maße denjenigen Anteil des Getreides abmaß, der ihm als Mahllohn gebührte, dahin, ja befahl ihm sogar, sofort von diesem Maße soviel abzuschneiden, als es nötig ist, und seinen Kunden fürderhin nicht mehr am Getreide abzumessen, als es das Gesetz erlaubt.

Unter keinen anderen Umständen erteilte er ihm den Ablaß der Sünden und bewies ihm aus der heiligen Schrift klar und deutlich, daß unrecht Gut nicht wohl tut, und daß Gott ihn nicht nur auf der Erde schon, sondern auch im Himmel strafen werde dafür, daß er sich fremdes Gut widerrechtlich angeeignet habe.

Der Müller folgte dem Befehle; in der Folge hatte Niemand mehr Grund und Ursache sich über ihn zu beklagen, im Gegenteil, sein Kundenkreis erweiterte sich sichtlich und seine Vermögensverhältnisse besserten sich.

Er erklärte sehr oft öffentlich, daß er für alles dieses nur dem Vater Sava zu danken habe, der ihn auf den guten Weg wies.

Ein junges, heftig aufbrausendes, fast jähzorniges Weib, das einen Witwer heiratete, war eine wahre Stiefmutter der Kinder der verstorbenen Frau.

Vater Sava hatte sich auch hier eingemischt.

Nachdem das Weib zum erstenmale bei Sava gebeichtet, änderte sie zum allgemeinen Erstaunen ihren Charakter; sie ist nicht mehr Stiefmutter, sondern eine rechte, wahre Mutter den Kindern geworden.

Wenn schon Jemand ein Opfer bringen wollte, dann nahm es zwar Sava an, er kaufte aber für dieses Geld keine Kerzen oder Weihrauch, sondern verwendete dasselbe zu Gunsten und für die Bedürfnisse der vater- und mutterlosen Waisen, Michalek und Potapka, welche im Halbgeschoß des Kirchturmes ihre Wohnung angewiesen erhielten.

Sagte ’mal Vater Sava einem Weibe oder Mädchen: