Der Pereguder Pope unterließ es wohlweislich bei seiner vorgesetzten Behörde über Vater Sava Klage zu führen; aber er unterließ es nicht über denselben bei jeder nur einigermaßen günstig sich darbietenden Gelegenheit zu schimpfen, wodurch jedoch dem Vater Sava kein Schaden zugefügt werden konnte, und dieser gab keine Gelegenheit gegen ihn beim Bischof Beschwerde führen zu können, der selbst dem Sava wohlwollte und ihn, wie ich bereits erwähnte, wegen der Erbschaft jenes Schockes Rubeln, welche der Kasak ursprünglich zur Anschaffung einer Glocke bestimmte, Sava jedoch für diese eine Schule baute, nicht nur freisprach, sondern sogar belobte.
Jahrelang wartete der Peregudiner Pope, bis sich ihm Gelegenheit bieten wird, gegen den Vater Sava auftreten zu können, den er selbst für einen Zauberer erklärte, weil er mit einer Hexe, die sogar seine Patin ist, im freundschaftlichen Verhältnisse stehe, einem Frauenzimmer, das eine ausgesprochene Landläuferin sei und zu keinem Popen beichten gehe.
Dieses letztere war auch tatsächlich der Fall; seit der Zeit, als sie mit dem erst zur Welt gekommenen Sava nach Peregudi fuhr, seit der Zeit hat sie in der Tat bei keinem Popen gebeichtet, was um so auffallender war, als sie sonst alle von der Kirche vorgeschriebenen Fasten und sonstige Gebote strengstens einhielt und befolgte.
Aber plötzlich wurde es wiederum allgemein laut, die Kerasivna sei doch eine richtige wahre Hexe und werde in ihrem teuflischen Tun durch Vater Sava unterstützt.
Denn unvorgesehen fingen die Kühe im Dorfe an weniger Milch zu geben als sonst.
Wer war Schuld daran?
Gewiß Niemand anderer als eine Hexe, und da im Dorfe Niemand anderer hexen konnte als die Kerasivna, so blieb es klar und unzweifelhaft, daß an diesem ganzen Unglücke Niemand anderer Schuld trage, als die Kerasivna allein.
Beweisend für diese Annahme war die seinerzeitige Verhexung ihres Mannes und auch der anderen Dorfbewohner, welche sie alle überlebte. Bereits mit einem Fuße im Grabe stehend, könne sie sich dennoch nicht entschließen, zur Beichte zu gehen; auch sterben könne sie nicht.
In einer Beratung, an welcher fast die sämtlichen Einwohner des Dorfes sich beteiligten, wurde der Beschluß gefaßt, derjenige, welcher der Kerasivna an irgend einem einsamen entlegenen Orte begegne, sei verpflichtet, diese kräftig durchzuprügeln, wie es von einem rechtgläubigen Christen erwartet werden kann, wobei er ohne Unterlaß zu rufen habe:
„Krepiere auf der Stelle, verende, oder ich werde Dich noch weiter prügeln.“