Mit diesen Worten ist der Peregudiner Pope weggefahren.
Das Volk, welches sich vor der Hütte der Kerasivna angesammelt hatte, wollte im ganzen Haufen in diese eindringen um sie auszufragen, was sie dem Peregudiner Popen über ihr eigenes Patenkind mitgeteilt habe, schließlich einigte man sich dahin, zwei Kasaken zu wählen, welche in Begleitung des Vater Sava diese ausfragen sollten.
Zwanzigstes Kapitel.
Vater Sava und die zwei Kasaken traten in die Krankenstube der Kerasivna, fanden sie im Bette liegen, über welchem Heiligenbilder an der Wand hingen, bitterlich weinend:
„Verzeihe mir, mein Herzenskind, mein liebes, unseliges, unglückliches Kind,“ wendete sie sich an Sava, „in meinem Herzen verschloß ich länger als dreißig Jahre meine eigene Schuld, welche auch auf Dir lastet ... ich lebte in dieser ganzen Zeit in beständiger Furcht, daß diese schwere Schuld im Traume offenbart werden könnte, diese Furcht ist Schuld daran, daß ich nicht zur Beichte ging, damit ich sie einer zweiten Person nicht mitteilen müßte, jetzt aber, nachdem es Gottes Wille ist mich von der Welt abzurufen und ich vor ihm zu erscheinen habe, jetzt muß ich alles bekennen.“
Möglicherweise riefen derartige Reden eine gewisse Unruhe bei Vater Sava hervor, weil er durch das so jäh herausgestoßene Geheimnis einer ihm unbewußten Schuld unangenehm berührt wurde, aber sich überwindend, frug er äußerlich ruhig:
„Und worin besteht die große Schuld?“
„In der großen Sünde, die ich verübte an Dir.“
„An mir?“ frug Sava erstaunt.
„Ja, an Dir! — Dein ganzes Leben habe ich Dir verdorben deshalb, weil, obzwar Dir die ganze heilige Schrift bekannt ist und Du zum Geistlichen geweiht wurdest, Du dennoch unwürdig bist das Priesterkleid zu tragen, denn Du bist — — nicht getauft!“