Als ich zum Bewußtsein gekommen, erinnerte ich mich daran, was ich mir vorgenommen hatte zu sagen und deshalb sagte ich, daß das Kind auf den Namen Sava getauft sei. —
Alle glaubten es; ich redete darüber nicht weiter, weil ich immer den Gedanken und Willen in mir trug, die Schuld gut zu machen und das Kind am nächsten Sonntag taufen zu lassen.
Aber ich wußte nicht, daß Agap angeschossen und in Folge der Verwundung gestorben sei, auch nicht, daß man den alten Dukač ins Gefängnis abgeführt, denn ich war krank und als ich später alles dieses erfuhr, da konnte ich mich nicht mehr dazu entschließen, dieses alles der alten Dukačin zu beichten, weil ich deren Gram, Schmerz und Unglück, das ja so groß genug war, nicht vermehren wollte.
Ich nahm mir vor, später alles aufzudecken; je weiter aber die Zeit verlief, um so schwerer gestaltete es sich für mich, Aufklärung zu bringen und so verschob ich die Sache von Tag zu Tag.
Die Zeit lief, Jahre sind vergangen; das Kind wuchs zum Knaben heran, alle riefen ihn Sava, Sava, ja sie schickten ihn studieren.
Und immer nahm ich mir vor, das Geheimnis aufzudecken, immer marterte mich der Gedanke, ich sei Schuld daran, daß der Knabe ungetauft ist.
Und als ich erfuhr, Sava solle sogar Pope werden, da lief ich in die Stadt, um dieses zu verhüten und um laut zu rufen, er sei ungetauft, doch mich hat man nicht beachtet, nicht gehört, ihn aber zum Priester geweiht.
Weiter über die Sache zu reden hatte dann keinen Zweck mehr. Seit der Zeit hatte ich keine Ruhe mehr; es war fürchterlich für mich zu wissen, daß durch meine Schuld die ganze hiesige christliche Gemeinde zum Spott und Gelächter der Welt sein werde, weil sie einen ungetauften Popen zum Seelsorger habe.
Dann aber, als ich älter wurde, als ich sah, daß alle den Sava lieben und achten, da steigerte sich noch meine Qual und mein Schmerz, ja ich fürchtete mich vor dem Tode.
Erst jetzt, auf meinem Sterbebette, bekenne ich dieses alles, es bitter bereuend.