Und dieses Wunder ereignete sich, es fand statt!
Die scheinbar aufsteigenden Schwierigkeiten wurden auf eine einfache und leichte Art überwunden, Dank einem „Engel im Menschenkleide“, für welchen die Mehrzahl der Einwohnerschaft in Kiev den damaligen Mitropoliten Filaret hielt.
Er wurde in diese Judenangelegenheit ohne seinen Willen einbezogen und stürzte die ganze jüdische List und Falschheit sowie die ungerechte buchstäbliche Anwendung des Gesetzes um, einzig und allein durch das ebenso geistvolle wie menschenfreundliche „Urteil Seiner Eminenz“!
Viertes Kapitel.
Es war bereits nahe an Mitternacht, als mich ein ziemlich großes Geräusch und lautes Gerede in meiner Arbeit zu stören begann; es schien mir, als wenn in dem neben meinem Arbeitszimmer gelegenen Saale irgend ein heftiger Streit zwischen den dort befindlichen Beamten entstanden wäre.
Derartige Ungehörigkeiten waren nichts seltenes; ich als junger Anfänger in der Beamtenlaufbahn, obzwar Kanzleivorstand, genoß nicht jene Achtung und besaß nicht das Ansehen wie bereits älter gediente Leute; meine Untergebenen fürchteten mich nicht und schenkten mir auch wenig Beachtung und nahmen auf mich keine Rücksichten.
Was die Subordination anbelangt, so konnte man nach dieser Richtung hin mit den altgedienten, mit Medaillen, Schnallen oder dem Stanislaus-Orden dekorierten Titularräten besser auskommen, wie mit den jungen Beamten.
Obzwar mich, beziehungsweise meine Kenntnisse, die Altgedienten nicht gerade sehr hoch schätzten und mir keine große Achtung als einem noch nicht „flügge gewordenen Jungen“, welchen, ihrer Ansicht nach, der Präsident ihnen zum Ärger, ohne Rücksicht auf ihr Alter, Dienstzeit, Solidität auf den Hals hetzte, entgegenbrachten, so machten sie dennoch die ihnen zugewiesene Arbeit ohne Lärm und Geschrei, Zank und Hader fertig, während die Jungen ebenfalls ihre Aufgabe fertig brachten, wobei es jedoch nicht ohne Lärm abging.
Es kam fast täglich vor, daß sie einen oder den anderen der Titularräte hänselten und sich über ihn lustig machten.
Als fast tägliche Zielscheibe ihres Spottes und fauler Witze diente ein Titularrat Namens Gregor Ivanovič Salko, ein großer Sonderling, der seine erste Ausbildung von einem Diakon erhielt und seine Beamtenlaufbahn unter einem ehemaligen Diakon begann, worauf er außerordentlich stolz war.