Interessierter wie zuvor blickte er die Sprecherin an. —
»Nun, dann muß man sich also mit Ihnen recht gut stellen, Komtesse Sevarille, wenn man einen Verbündeten sucht, um das Herz der spröden Freundin zu erobern?«
Und abermals nickte die Genannte voll besonderen Nachdrucks und sagt, den Blick auf den Hohen-Esper gerichtet: »Das will ich meinen! Der Weg zu Gabrieles Herzen führt hart an mir vorüber! Wer zu ihr gelangen will, kann und darf mich nicht umgehen!«
Sie scherzt anscheinend, und dennoch haben ihre Worte einen seltsam ernsten Klang in Guntram Kraffts Ohr.
Er blickt sie in seiner naiven Weise an, als habe sie nur zu ihm gesprochen, — hocherfreut und dankbar zugleich.
Die dunklen, sanften Augen haben etwas sehr Vertrauenerweckendes für ihn, es muß herrlich sein, mit diesem anscheinend sehr liebenswürdigen und gütigen Mädchen über Gabriele zu sprechen.
Sagte sie nicht selbst: »Ich habe meine Freundin sehr lieb?«
Je nun, so muß ihr doch das Glück derselben ganz besonders am Herzen liegen!
Die Musik intoniert von neuem, und unruhig schaut der Graf nach seinem reizenden Gegenüber aus, — umsonst, der Platz an der Seite der Frau von Sprendlingen bleibt leer. Jetzt treten die hohen Herrschaften wieder ein, und hinter ihnen — richtig — da erscheint Gabriele und nimmt neben einer der Hofdamen Platz.
Erst nach der nächsten Pause kehrt sie an die Seite der Mutter zurück.