»Wenn Friedrich Karl jemals unedel oder frevlerisch handelt — was Gott verhüten möge —, werde ich nicht derselben Meinung sein wie er, sondern so handeln, wie ich es für recht und gut erachte!«

Sie atmete schwer auf und senkte wieder, wie erschreckt über ihre eigenen Worte, das Köpfchen.

»Aber wie sollte das geschehen? — Wenn er sein Hab und Gut verspielt, schädigt er ja nicht Fremde, sondern höchstens sich selber — —«

»Und dich!« —

Da lächelt sie wieder. »Ich sagte dir, Tante, daß ich für meine Person gern auf alles verzichte!«

Wie weich, wie innig und rührend klang das, wie leuchteten die blauen Augen so demütig und ergebungsvoll sanft und treu!

Agathe preßte die Lippen zusammen und kämpfte sekundenlang einen schweren Kampf.

Dann schüttelte sie seufzend den grauen Kopf und strich liebkosend über das blonde Haupt ihres Lieblings, um welches die blühenden Myrten rankten.

»Nein, Kind, ich will dir deinen Glauben und dein Vertrauen nicht nehmen, — ich will in dieser Stunde nicht mit Möglichkeiten rechnen, welche vorläufig noch in Gottes Hand stehen; nur eine Bitte möchte ich dir noch aussprechen, eine ernste, innige Bitte ...«

»Tante! Meine liebe — liebe Tante!« —