Der Wagen wird gemeldet, Herr von Heidler bietet der Baronin den Arm, und Gabriele folgt.

Guntram Krafft schreitet so dicht an ihrer Seite, daß der lichtblaue, mit weißem Tibet besetzte Samt ihres Theatermantels ihn streift.

Die junge Dame bemerkte es nicht.

Wieder weht der süße Veilchenduft zu ihm empor und benimmt ihm schier den Atem, — der Einsiedler aus der Bärenhöhle hat nur Augen und Sinn für die schlanke Mädchengestalt neben ihm, — aber das stolze Antlitz wendet sich nicht ein einziges Mal ihm zu.

Er steht und sieht, wie der Dragoneroffizier sie in den Wagen hebt und dann selber einsteigt, — die Pferde ziehen an, und neue Wagen und Rosse drängen vor das Portal.

Wie im Traum schreitet der junge Graf in die kalte Winternacht hinaus.

In seinem Kopf wirbelt es von neuen, wundersamen Eindrücken.

Sein Herz schlägt heiß und ungestüm in seiner Brust; wie eine leidenschaftliche Glückseligkeit, eine jauchzende Lebensfreude kommt es über ihn. Morgen wird er seine Besuche fahren, er wird all die vielen, heiteren, freundlich lachenden Menschen kennenlernen, — auch Gabriele von Sprendlingen, — und dann ist er ihr kein Fremder mehr, er darf sie grüßen, darf mit ihr plaudern ... und sie wird ihn mit den süßen, rätselhaften Augen ebenso anblicken, wie vorhin den Dragoner ...

Noch nie hat sich der weltfremde Mann so frohen Herzens zum Schlafe niedergelegt, wie an diesem Abend, — vor seinen Ohren rauschen die Wogen des Meeres, klingen die Zauberweisen des »Fliegenden Holländers« — Sentas Antlitz trägt Gabrieles Züge, und sie breitet die Arme nach ihm aus und singt leise wie ein Hauch: »Ach, wann wirst du, bleicher Seemann, sie finden? Betet zum Himmel, daß bald ein Weib — die Treue ihm hält!« — Hohojohe! —