Der lächelt sehr verständnisinnig —: »Ich begreife, Baronesse!« dreht sich kurz auf dem Hacken um und eilt als vielbeschäftigter Vortänzer davon, — Gabriele aber legt langsam, beinahe zögernd den Arm auf den des Grafen und sagt: »Wir werden noch einen Augenblick warten müssen, es ist sehr wenig Raum zum Tanzen!«
»Wie Sie befehlen, Fräulein von Sprendlingen!« antwortet Guntram Krafft und umschließt mit bebender Hand ihre weiche, schmiegsame Gestalt.
Wie rote Nebel wallt es vor seinen Augen, die Aufregung schnürt ihm die Kehle zusammen, er hat das Gefühl, als wanke der Boden plötzlich unter seinen Füßen, und doch möchte er aufjauchzen vor Glückseligkeit, wie daheim, wenn er dem wilden, feindlichen Meer eine Beute abgetrotzt!
Einen Augenblick harrt er so ... noch einen ... und da ... gerade als er lostanzen will, bricht die Musik mit kurzem Schlusse ab.
Der Garde-Grenadier ist in die Mitte der Tanzenden getreten und hat die Hand mit kurzer Geste nach dem Orchester hinter dem Goldgitter der Galerie gehoben.
Guntram Krafft, der Neuling, bemerkte es nicht, er blickt nur erschrocken zu Gabriele nieder und sagt bedauernd: »O wie schade!« — und Fräulein von Sprendlingen lächelt ganz wunderlich, löst die Hand von seinem Arm und tritt von ihm zurück.
»Bedaure sehr!« sagt sie kühl, wendet das Köpfchen und begrüßt eine junge Hauptmannsfrau, welche jetzt am Arm ihres Tänzers vorüberschreitet und ihr zunickt.
XIII.
Wenige Augenblicke, nachdem Gabriele sich so wenig höflich von Guntram Krafft abgewandt hatte, trat Frau von Sprendlingen zu ihrer Tochter heran und flüsterte ihr ein paar inhaltsschwere Worte in das Ohr.