Der breitgehaltene Fächer dämpfte den Klang derselben und verdeckte das Gesicht der Generalin, aber man bemerkte trotzdem, daß sie erregt und sehr energisch sprach.

Über Gabrieles reizendes Gesicht flog ein Schatten.

»Es war ja ein Glück, daß die Musik just schwieg.«

»Mama! Warum soll ich mit ihm tanzen? Es hat gar keinen Zweck! Begeistern werde ich mich nie für das Muttersöhnchen — warum also seine lächerliche Sympathie für mich durch irgend welche Höflichkeit nähren?«

»Es ist hier nicht Zeit und Ort, darauf zu antworten; ich befehle dir jedoch, den Grafen nicht unfreundlich zu behandeln, wenn er sich dir noch einmal nähern sollte! Hörst du, Gabriele? Ich verlange und fordere es von dir als ein Zeichen deiner Liebe für mich!«

Die junge Dame seufzte leicht auf.

»Ach, hätte Frau Gundula doch etwas Besseres getan, als ihrem Baby die verlorenen Taler wieder zusammengespart! Je nun ... ich werde versuchen, mich dem Reigen um diesen modernsten Götzen anzuschließen!«

»Frau Gundula handelte vortrefflich, indem sie für ihren Sohn sorgte, aber der alte Herr von Heidler, der die Güter verpraßte, anstatt sie seinem Erben zu erhalten ... wie handelte der?«

Gabriele kannte den scharf ironischen Zug um die Lippen der Mutter, sie zuckte beinahe wehmütig die schönen Schultern: »Geld macht ja doch nicht glücklich, Mama, — und es ist doch tausendmal besser und moralischer, einen armen Mann aus Liebe, als wie einen reichen aus Berechnung zu heiraten!«

»Narrheit! Wenn du doch endlich merken wolltest, daß gerade der ›arme‹ Mann viel zu klug und kaltherzig ist, um je aus Liebe ein unbemitteltes Mädchen zu freien!«