Und sie selber hat Augen, welche die Farbe dieses Meeres spiegeln, grünlich ... graublau ... schillernd wie Perlmutter ... dunkel und licht zu gleicher Zeit ... verkörperte Wassertropfen.
Wie ist es möglich, daß sie das, was er als Liebstes und Herrlichstes voll Leidenschaft preist, an welchem sein Herz voll unstillbarer Sehnsucht hängt, daß sie das verachtet und von sich stößt?
Die See! — Die blauwogende, unendliche See, deren brandende Wogen Pulsschläge der Ewigkeit sind, deren Sonnenlächeln wie bräutliche Wonne, deren zorniges Donnerrollen die Sprache Jehovas ist? —
Ach, daß sie ihm solches angetan!
Den herben Spott ihrer Worte, welche ihn selber als »armseligen Ruderer« so weit ab von allem Heldentum wiesen, welche in ihm nichts anderes als einen verdienstlosen Menschen sahen, welcher sein Vergnügen an ruhmlosen Spielereien findet — die Worte hatte er kaum gehört und beachtet.
Er war zu harmlos, zu unerfahren, um auf solche Anspielungen zu achten.
Sein Herz brannte nur in Schmerz und Weh um sein geschmähtes Meer.
Aus jedem anderen Munde würde ihm ein solches Urteil zu zornigem Widerspruch gereizt haben. — Gabriele von Sprendlingen gegenüber verstummte er in jener unerklärlichen Befangenheit, in welche ihn ihr Anblick vom ersten Moment an versetzt hatte.
Wie gleichgültig würde es ihm sein, ob fremde Menschen die See lieben oder nicht, — nur von einer einzigen würde es ihn namenlos beglücken, und gerade sie wendet das reizende Haupt gleichgültig ab und urteilt so hart, so grausam, so verständnislos ...
Ja, verständnislos!