»Sie kommen doch morgen abend in den Petersburger Hof, wo wir zu Ehren der auswärtigen jungen Damen und Herren noch einmal tanzen?« flüsterte sie zum Abschied zu Guntram Krafft empor. Der folgte just mit einem seltsam verschleierten Blick dem Fräulein von Sprendlingen, welche, ohne nur den Kopf nach ihm zu wenden, lachend und plaudernd vorüberschritt.

»Ich weiß es nicht, Gräfin! Was soll ich da? Es liegen auch so viele Dinereinladungen für mich im Hotel — —«

Was fragte Thea nach denen!

Junge Mädchen wurden selten, fast nie zu Diners eingeladen, — außer auf den Bällen und der Eisbahn hatte sie keine Gelegenheit, den Grafen wiederzusehen.

Sie entfaltete den glitzernden Fächer und winkte ihn näher herzu.

»Ich gehe morgen nachmittag zu Gabriele und forsche sie aus!« flüsterte sie. »Und abends, während des Balles, teile ich Ihnen mit, was geschehen muß, um Gabriele für Sie zu interessieren! Ich werde bei meinem Besuch schon alles tun, um das spröde Herzchen möglichst für Sie zu erwärmen, — hoffentlich gelingt es mir, daß sie Ihnen einen Tanz aufhebt!«

»O, Gräfin ... wie sollte ich Ihnen das danken?« stammelte er und sah abermals aus, wie ein Kind, welchem man lockende Märchen erzählt. »Unter diesen Umständen komme ich natürlich!«

Sie nickte ihm lächelnd und vertraulich zu und freute sich, daß ein paar andere junge Damen, darunter auch Lotte, welche den modernen Parzival für einen Brillant unter Simili erklärt hatte, ihr Einverständnis mit dem Hohen-Esper sahen. —

»Was wollen wir morgen zusammen tanzen, resp. ›absitzen‹, Graf?« — fuhr sie flüsternd fort; »lassen Sie uns besser allsogleich etwas Bestimmtes verabreden, sonst wandere ich wieder von einem Arm in den andern und kann Ihnen nichts erzählen!«