»Das Geld?« wiederholte er mit etwas unsicherer Stimme. »Ich nehme an, daß die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger über genügende Mittel verfügt?«

Der alte Herr seufzte tief auf und rezitierte mit einem Versuch zum Scherzen: »Wollte Gott, dem wäre so! Nein, Herr Graf, da befinden Sie sich leider in großem Irrtum. Die Ansprüche, welche von Jahr zu Jahr an diese unvergleichliche, so bienenfleißig arbeitende und schaffende Gesellschaft gestellt werden, schwellen mit der stets und ständig wachsenden Not bis ins Ungeheure an, — während sich doch keine Quelle erschließt, dementsprechende Mittel neu zuzuführen!«

»Aber die Sammlungen im Lande?!«

»Deren Erträge sind so unbedeutend, daß man sich ihrer schämen möchte!«

»Mein Gott, wie ist das möglich?«

Abermals ein resigniertes Achselzucken.

»Man interessiert sich nicht dafür! — Die paar wenigen Menschen, welche im Sommer in die Seebäder reisen, der kräftigen Salzluft neue Kraft und Stärkung verdanken und die wundervolle Poesie des Meeres und des Seewesens liebgewinnen, die steuern wohl teilweise ihr Scherflein dazu bei, an dem großen, wichtigen, herrlichen Werk edler Nächstenliebe zu helfen; aber was will dieser verschwindend kleine Bruchteil im Gegensatz zu den enormen Kosten besagen, welche die Hilfeleistungen erfordern? Die große Menge kennt und liebt die See kaum.« —

»Undenkbar! — Schon aus Patriotismus ist es doch die Pflicht eines jeden, gerade für die Küste eines Meeres einzustehen, auf welchem Deutschlands ganze Zukunft ruht!« —

»So denken Sie, mein lieber Graf!«

»Und andere nicht?« —