»Vorläufig noch nicht! Wenn unserm deutschen Volk die Augen aufgehen, wird es auch die Hand öffnen und der heiligsten seiner Missionen nicht mehr kalt und fremd gegenüberstehen!«

»Und bis dahin?!« —

»Bis dahin müssen wir uns gedulden, hoffen und mutig ausharren, lieber Graf, und vor allen Dingen bemüht sein, uns nach Kräften selber zu helfen! — Haben Sie nicht bisher die gute Sache in umsichtigster und opferfreudigster Weise gefördert? — Lassen Sie es sich auch ferner in gleicher Weise angelegen sein, das Ihre zu tun. Man wird es Ihnen Dank wissen!« —

»Auf diesen möchte ich lieber verzichten, wie auf das kleinste Zeichen tatkräftigsten Interesses!«

»Das läßt sich nicht erzwingen.«

»Gott sei es geklagt.«

Das Gesicht des jungen Mannes sah blaß und finster aus, und da die Tafel just beendet war, erhob er sich, um sich zu verabschieden.

Noch ein paar sehr höfliche Redensarten, Worte der Anerkennung und des Dankes für die warme Teilnahme, welche der Graf dem Rettungswesen entgegenbringe — und dann schloß sich die Tür hinter ihm.

In tiefe Gedanken versunken schritt Guntram Krafft nach seinem Zimmer empor.

Ein Gefühl großer Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit wollte ihn überkommen.