Seine liebsten, schönsten Hoffnungen waren fehlgeschlagen, und sein Herz, welches voll so heißer, wahrer Begeisterung für die gute Sache schlug, blutete aus der Wunde, welche Gleichgültigkeit und der Mangel an echter Nächstenliebe ihm geschlagen.

Man interessiert sich im Binnenland nicht für die See? — Gott verhüte es, du deutsches Volk, daß nicht ein eisenklirrender Sturmwind daherrast und dich mit eherner Faust aus dem Schlafe rüttelt! —

XV.

Gräfin Thea Sevarille hatte eine schlaflose Nacht gehabt.

Mit weitoffenen, brennenden Augen hatte sie in den Kissen gelegen und überlegt, auf welche Weise sie mit einem einzigen geschickten Schachzug die Königin Gabriele matt setzen und selber als Siegerin aus dem Spiel hervorgehen könne.

Daß Guntram Krafft ein Mann war, welcher überlegte, hatte sie bereits bemerkt.

Seine aufflammende Liebe für Gabriele war bereits so stark, daß er auf Einflüsterungen nichts mehr gab — das hatte sie erfahren, als die ihm so geschickt beigebrachte Verlobung Gabrieles mit Heidler nur die eine Folge hatte, daß der Graf sich bei dem Souper an ihre Seite setzte und sich doppelt zu bemühen schien, den Nebenbuhler rechtzeitig aus dem Sattel zu heben.

Der »weltfremde« Parzival war gar nicht so unerfahren, wie sie annahm, er hatte zu viel Bücher gelesen und wußte ganz genau, wie schwer ein reicher Freier gegen einen mittellosen Courmacher in die Wagschale fällt.

Er mußte durch ein drastischeres Mittel überzeugt werden, um sein Rennen aufzugeben.