»Wollen Sie es durchaus, daß ich von Gabriele spreche?«
»Und wollen Sie es durchaus nicht?«
Sie seufzte: »Ich möchte Ihnen so gern alles Unangenehme ersparen! Ich meine es gut mit Ihnen, Graf, und bin auf Gabriele so sehr ... so ernstlich böse!«
Er hatte nur die ersten Worte gehört und zuckte unmerklich zusammen.
»Ich höre lieber Unangenehmes, wie gar nichts!« sagte er leise. »Und Sie sind so gut und rücksichtsvoll zu mir, Gräfin, daß aus Ihrem Munde sicherlich auch das Schlimmste noch erträglich klingt!«
Wieder traf ihn ihr Blick, in so herzlicher, ehrlicher Trauer, daß es ihm ganz wundersam zumute ward.
»Nein, Graf, ehe ich Ihnen so etwas unerhört Beleidigendes sagte, eher bisse ich mir die Zunge ab!« sagte sie erregt. »Ich finde meine Mission sowieso trostlos genug, denn wenn es nach mir ginge, sollten Sie wahrlich glücklich sein! Hätte es mir Gabriele nicht schriftlich gegeben, ich würde nie ...«
Er hatte sie erst mit warmem Dankesblick angesehen, jetzt hob er jäh das Haupt und unterbrach sie.
»Schriftlich gegeben?« wiederholte er erstaunt.
Sie zog ein Notizbüchlein aus dem Kleid und entnahm ihm einen Zettel, zog denselben jedoch hastig zurück, als Guntram Krafft mit allen Zeichen großer Erregung danach greifen wollte.