Da überkommt ihn ein wildes, unbändiges Heimweh! Ein übermächtiges Sehnen nach der stillen Heimat, nach allem, was er liebt und was auch ihm in treuer, schlichter Liebe ergeben ist!
Guntram Krafft breitet jählings die Arme aus und stöhnt aus tief verwundetem Herzen: »Heim! — ja, ich will heim! — Was soll ich noch hier? Meines Schicksals Würfel sind gefallen. Ich bin kein Held! — Nie und nimmer mehr wird Gabriele mir ihre Liebe schenken ... was hält mich noch hier?«
Und er stürmt mit hämmernden Pulsen in das Hotel und kündet dem äußerst betroffenen Anton an, daß er die Koffer packen solle, — am nächsten Tage kehre er nach Hohen-Esp zurück.
»Herr Graf!« stottert der alte Mann mit sorgenvoll prüfendem Blick in das verstörte Gesicht seines Herrn: »Was wird Ihre Gnaden, die Frau Gräfin sagen?«
»Gleichviel. — Ich reise heim.«
Anton hört es dem halberstickten Klang der Stimme an, hier gibt es kein Widersprechen. Was mag geschehen sein?
Eine Dame ist wohl nicht im Spiel, — es ist allein der Ärger über die Mißerfolge bei dem Minister und Geheimen Rat, — der Graf sprach ihm ja selber davon, wie wenig Verständnis und Teilnahme er für sein Projekt finde.
Man nimmt den Bären von Hohen-Esp nicht ernst, man legt den Worten und Wünschen des verbauerten Krautjunkers keinen Wert bei!
»Haben der Herr Graf daran gedacht, daß wir zuvor Abschiedsbesuche machen müssen?«
»Ja; ich bestellte bereits bei dem Portier den Wagen. Wir werfen nur Karten ab; einzig bei der Gräfin Sevarille wünsche ich gemeldet zu sein. Ich werde jetzt noch die neu eingelaufenen Einladungen beantworten.«