»Wie gefällt dir meine künftige kleine Genossin, welche, so Gott will, frisches Leben und recht viel Sonnenschein mit in das Haus bringt?«

Guntram Krafft nahm lächelnd das Bild und trat damit in die Fensternische, um besser sehen zu können.

»Wenn sie nur deinen Beifall findet, Mama, dann bin ich gern mit einer jeden zufrieden!«

Er neigte sich vor und blickte auf das Bild. Einen Augenblick starrte er es an, — seine Hand zuckte, und sein Antlitz überzog eine tiefe Blässe.

Regungslos stand er und schaute in das süße, ernste, sinnende Gesichtchen.

Ein Zittern flog durch seinen Körper, wie feurige Nebel wogte und wallte es plötzlich um ihn her, und sein Herz lag regungslos, um plötzlich in desto wilderen Schlägen atemraubend loszustürmen.

Er stand abgewandt von der Gräfin, und diese sah nicht die auffallende Veränderung, welche mit dem jungen Manne vor sich ging.

»Nun?« fragte sie endlich, »äußere dich doch! Ist das Gesicht nicht entzückend? Wenn die Augen alles das halten, was sie hier versprechen, so muß die Kleine ein sehr liebenswertes Mädchen sein!«

»Wie heißt sie?« stieß Guntram Krafft kurz und beinahe rauh hervor.

»Ach so! Ich vergaß, dir Fräulein Gabriele von Sprendlingen im Bilde vorzustellen —«