»Gabriele von Sprendlingen!« Das klang wie ein leises, kaum verständliches Aufstöhnen.

Die Gräfin beachtete es nicht, sie sah nur voll großer Genugtuung, daß der junge Weiberfeind das Bild noch immer in der Hand hielt, daß sein Anblick ihn fraglos ebenso fesselte, wie zuvor die Mutter.

»Der Vater war General, starb vor einem Jahr ungefähr, ganz plötzlich, und da er durch das Fallissement einer bedeutenden Firma sein ganzes Vermögen verlor, hinterließ er Frau und Tochter in den drückendsten Verhältnissen. So entschloß sich Frau von Sprendlingen nun, die Tochter fortzugeben —«

»Bot sie dir dieselbe an?« — Guntram Krafft stieß die Worte kurz hervor.

»Auf meine Annonce in der Zeitung hin —«

»Inseriertest du unter deinem vollen Namen?«

»Aber Guntram: — Hier ist der Zeitungsausschnitt, ich erbat die Antworten unter Chiffre G. H. 1000.« —

»Und darauf antwortete sie?«

»Wie fragst du so wunderlich! Gewiß!« —

»Wo lebt Frau von Sprendlingen?«