Die Gräfin blickte auf den Brief nieder und nannte eine kleine Stadt des Herzogtums — der Bär von Hohen-Esp aber blickte starr zu dem Fenster hinaus und schwieg.

»Du meinst doch auch, daß ich den Versuch mit Gabriele wage?« fuhr die Gräfin ein wenig ungeduldig fort.

Er strich langsam mit der Hand über die Stirn, sein fahles Antlitz sah so gequält aus, wie bei einem Menschen, welcher die Folter erduldet. »Darüber hast du allein zu bestimmen —«

»Ich bin völlig einig mit mir und habe der Baronin bereits geschrieben!«

Wieder zuckte der Graf zusammen: »Nun, so ist es ja entschieden!« sagte er tonlos.

»Willst du das Bild noch behalten?«

Er machte eine jähe Bewegung. Sein Blick traf wieder das süße Antlitz, welches ihn mit den wundersamen Nixenaugen so groß und ruhig ansah. — Dann schob er die Photographie jäh von sich — seiner Mutter zu.

»Nein; — ich danke.«

»Je nun, ich hoffe, du lernst bald das Original kennen.« —

»Wann ... wann trifft die junge Dame hier ein?« —