»Anfang nächsten Monats. Es gibt zuvor wohl noch verschiedene Angelegenheiten zu erledigen.«

»Sagtest du nicht, daß sie verlobt sei?«

Die Gräfin hob erstaunt ihr Haupt: »Durchaus nicht! Die Damen stehen ganz allein und ohne Schutz in der Welt! Wie kommst du darauf?«

Guntram Krafft neigte finster das Haupt. »Ich irrte mich wohl. — Mir geht heute so viel im Kopfe herum. Heute nachmittag haben wir eine kleine Probefahrt mit dem neuen Boot gemacht, darüber wollte ich dir berichten.«

Die Gräfin schob das Bildchen in den Brief zurück, erhob sich hastig und legte den Arm in den des Sohnes.

»Ja, — erzähle mir! Du hast soeben meinen Angelegenheiten dein Interesse geschenkt, nun wollen wir von dem plaudern, was dir am Herzen liegt!« — Sie trat in das hellere Fensterlicht und sah betroffen in das Antlitz des jungen Bären empor: »Hast du Ärger und Verdruß gehabt, Guntram Krafft?« fragte sie besorgt, »du siehst ganz verstört aus ... oder fühlst du dich etwa krank?«

Er zwang sich gewaltsam zu einem heitern Ton. »Seinen gesunden Hofjungenärger hat man ja öfters, Mutter, und daß die Eiche nicht auf den ersten Streich fällt, und hie und da noch kleine Mängel zutage treten, ist selbstverständlich. Im großen ganzen bin ich sehr zufrieden mit den Schuppen und voll Glück und Dank gegen Gott und dich! — Daß in Walsleben das neue Arbeitshaus schon im Rohbau aufgeführt ist, weißt du?«

»Selbstverständlich.«

»Wer beaufsichtigt die Sache eigentlich?« —

»Nun, der Inspektor, — du warst doch damit einverstanden!«