Der Graf wandte sich zur Seite und schob den schweren Damastvorhang noch mehr von den Butzenscheiben des Erkerfensters zurück.
»Ich habe viel darüber nachgedacht, Mama! Es ist eigentlich recht vertrauensselig und leichtsinnig von uns, daß wir uns nicht selber um den Bau kümmern!«
»Wir wissen, daß diese Angelegenheiten seit fünfzehn Jahren in den besten Händen liegen, Inspektor Braun ist doch wohl als durchaus zuverlässig erprobt.«
»Es würde mich interessieren, das Haus einmal in Augenschein zu nehmen, man kann doch so manches noch ändern und bessern ...«
»Selbstverständlich! Ich würde sehr glücklich sein, wenn du einmal hinführst! — Möchtest du gleich morgen ...«
»Morgen? nein!« Der Graf unterbrach die Sprecherin mit einer gewissen Hast: »Momentan kann ich nicht gut hier abkommen — ich muß die Zeit wahrnehmen, wo die Änderungen an dem Boot vorgenommen werden — die Takel hakt zu leicht aus ... und die Riemen müssen oben auf den Duchten festzulegen sein ...«
»Nun, wann denkst du zu fahren?« —
Guntram Krafft wandte sich noch mehr zur Seite.
»So bald wie möglich! Vielleicht Anfang nächsten Monats —« sagte er leichthin, wandte sich plötzlich und bot der Mutter den Arm: »Und nun begleite mich noch einmal in den Garten, Mamachen! Es ist ein wundervoller Abend, und ich möchte sehen, wie weit der Gärtner mit den neuen Anpflanzungen gekommen ist!«