»Vergib mir, darling! es ist in der Tat sehr spät geworden ... aber im Eifer des Spiels ... ich habe gar nicht daran gedacht, daß du in letzter Zeit immer so spät zu Bett gekommen bist.«
Sie fürchtete, daß er sie heimbegleiten und noch einmal an den grünen Tisch zurückkehren werde, aber er tat es nicht, er sagte nur lachend: »Heute habe ich infames Pech gehabt! Das kommt von allem Glück in der Liebe, Schatz! Na, morgen hole ich mir die Dukaten alle wieder zurück.«
Am folgenden Tage verspielte er noch eine weit größere Summe.
»Ich muß an meinen Bankier telegraphieren,« sagte er, »unser Reisegeld ist auch schon futsch!«
Da faßte sie flehend seine Hände, und ihre blauen Augen schauten voll Angst in sein schönes, sorgloses Antlitz. —
»Friedrich Karl ...« flüsterte sie, »ach, laß uns fort von hier!«
Er lachte hell auf und küßte sie: »Ich glaube, du hast Angst, daß ich uns hier bankrott spiele!« scherzte er. »Unbesorgt, du liebes Närrchen! Die paar tausend Franken reißen noch kein Loch in unsern Geldbeutel, und einmal muß ich doch auch wieder gewinnen!«
Er gewann aber nicht, sondern verlor auch die nächsten Tage unaufhörlich. — Die namhafte Summe, welche sein Bankier ihm angewiesen, schmolz dahin wie der Schnee im Sonnenschein. Der junge Graf lachte noch immer, aber es war ein etwas gewaltsames und nervöses Lachen.