Hier kann man sich die Bären von Hohen-Esp nur vorstellen als kriegerisch rauhe, kühne und wehrhafte Männer, — nicht als verlegen errötende Jünglinge, welche über ihre Lackschuhe stolpern.

Gabriele blickt sich sinnend um.

Welch ein Stück uralter, langvergangener Zeiten umgab sie!

Wie unverändert die Gesimse, Möbel und Geräte.

Einfach und anspruchslos, aber traut und gemütlich.

So wie Gräfin Gundulas Anblick anheimelt.

Auf der dunklen Holzkonsole neben dem Bett liegt eine Bibel.

Darin las wohl schon die Urahne.

Die Grafen von Hohen-Esp waren seit jeher fromme, gottesfürchtige Leute, darum ruhte der Segen des Herrn auf ihrem Hause.

Nur der Vater Guntram Kraffts, der hatte sein stilles Ahnenschloß verlassen und war in die verführerische, sündige Welt hinausgezogen. Da hatte er in dunkler, trostloser Stunde seinen Gott vergessen.