»Sehr schwierig, Herr Graf ...«

»Schnacken! — Können Sie nicht die Schafe mal wieder scheren lassen? — Wir heizen ein bißchen ein im Stall!«

Der Administrator lachte. — »Dann müßten wir ihnen das Fell abziehen!« —

»Oder können Sie keinen Wald schlagen lassen?«

»Da ist schon so viel in den letzten Jahren rasiert, Herr Graf, daß da nichts mehr weg darf! Höchstens die Buchenwaldung um Hohen-Esp herum ... da sind starke Stämme ... die würden einen guten Ertrag geben ...«

Friedrich Karl grub die schlanke Hand momentan in sein lockiges Haar. »Meine Frau hat eine Leidenschaft für das alte Bärennest und den schönen Hochwald ... sie will jeden Sommer ein paar Wochen da zubringen ... also ganz herunter darf das Holz nicht ...«

»Würde der Förster auch gar nicht zugeben, Herr Graf!«

»Was der zugeben kann und will, ist mir ganz gleichgültig! Lassen Sie die Sache so machen, daß die stärksten und schönsten Bäume ausgeforstet werden. Verstanden? — um den Wald etwas zu lichten!«

»Befehl, Herr Graf!«

Ein Jahr verging, und im Hause des Grafen von Hohen-Esp klangen nach wie vor die Flöten und Geigen, klimperten fern ab im Zimmer des Hausherrn die Goldstücke auf dem Spieltisch, Friedrich Karl amüsierte sich, reiste, rauchte, spielte, und war nach wie vor ein aufmerksamer und ritterlicher Gatte, wenngleich die immer blasser werdenden Wangen und der müde, resignierte Ausdruck im Gesicht seiner Frau immer deutlicher hervortraten.