»Selbstverständlich; ich unterweise Sie gern!«
Gabriele eilte davon und trug sich nach kurzer Zeit ein Spinnrad herzu.
»Dieses ›Radeln‹ ist mir lieber, wie das moderne,« scherzte die Gräfin; »wir sind hier gut hundert Jahre zurück gegen die neumodische Welt!«
»Das ist schön, darum wohnt hier noch die Poesie in all ihrer unverfälschten Schönheit!«
»Sie lieben dieselbe?«
»Über alles. Mama neckte mich oft, daß es für mich besser gewesen wäre, zu eines König Artus' Zeiten zu leben. Ich begeistere mich so sehr für alles Ritterliche, Edle, Kühne und Herrliche — und gerade daran ist unsere prosaische Zeit so arm.«
»Nicht arm, Gabriele, — es tritt nur nicht so auffällig hervor wie ehemals.«
»Gibt es noch Helden im neunzehnten Jahrhundert?«
»Gewiß! Sie ziehen nur nicht mehr in glänzender Rüstung durch das Land und suchen Frau Aventure im Busch.«
»Unsere Männer und Jünglinge ziehen in den Krieg und werden totgeschossen, ehe sie dem Feind nur ins Gesicht schauen konnten; das ist kein heldenhafter Kampf, sondern nur Disziplin und müde Resignation, welche auf Kommando stirbt!«