Weiß sie, daß er um ihretwillen die Residenz verließ, wie in wilder Flucht?

Nein! —

Dies alles liegt in seiner Brust versargt, und keines Menschen Seele wird es je erfahren. Was fürchtet er?

Warum will er auch jetzt noch vor ihr, der Ahnungslosen, fliehen?

Das Vergangene ist überwunden.

Daß Gabriele ihn nie lieben und nie heiraten wird, weiß er, und daß er viel zu stolz ist, um die Liebe als Almosen zu erbetteln, das weiß er auch.

»Ritter ... treue Schwesternliebe widmet euch dies Herz —«

Heißt es nicht so im Gedicht?

Und warum soll sie nicht als Schwester neben ihm hergehen, warum soll er künftighin noch mehr in ihr sehen, denn solch eine stille, freundliche, gleichmütige Schwester?

Um der Mutter willen, deren Herz sie auch schon bezaubert und gewonnen hat, — um der armen, einsamen Mutter willen, muß er sich in das Unvermeidliche fügen.