Glücklich?!
Sie schluchzt laut auf.
Wofür also sparen? — Es ist ja kein Kind im Haus!
III.
Die Zeit verging, — für Gundula schleichend, mit bleiernen Flügeln, für ihren Gatten in wirbelndem Tanz.
Da es der Gräfin in das Herz schnitt, unter so gänzlich veränderten Verhältnissen auf Hohen-Esp zu weilen, so hatte sie eigentlich darauf verzichten wollen, in diesem Jahr zu kurzem Sommeraufenthalt nach dort zu reisen, da trat jählings ein Ereignis ein, welches das bleiche Antlitz der müden jungen Frau in schier blendende Sonnenhelle tauchte.
Anfänglich wagte sie es kaum, an ihr verspätetes Glück zu glauben, ihr Herz erzitterte in bangen Zweifeln, ihre Seele jauchzte in Hoffnung, und auf ihren Wangen blühten wieder Rosen auf, ihre Lippen lächelten wie im Traum. Friedrich Karl beobachtete überrascht und erfreut die sichtliche Veränderung seiner sonst so resignierten Frau, und als er sich eines Tages sogleich nach dem Diner mit scherzenden Worten und einer kleinen Galanterie über ihre leuchtenden Augen und blühenden Wangen zurückziehen wollte, — da hielt sie sanft seine Hände fest, führte ihn nach ihrem dämmrig stillen Salon und warf sich voll bebender Erregung an seine Brust.
»Das alles siehst du und bemerkst du, Geliebter, und frägst doch nicht nach der Ursache, welche mich neu aufleben läßt in übergroßer Seligkeit?«
Überrascht schaute er sie an, nahm an ihrer Seite auf dem Diwan Platz und murmelte betroffen: »Ich verstehe dich nicht, Gundula ... hast du etwa das große Los gewonnen?«