Das dunkle Tuchkleid weht in weichen, graziösen Falten um die zierlichen Füßchen, die entzückend zarten Formen ihrer Gestalt zeichnen sich scharf gegen den schimmernden Hintergrund ab, und auf den lockigen Haaren, welche der Wind ihr um die weiße Stirn zaust, flimmert das rotgoldene Sonnenlicht und läßt tausend geheimnisvolle Fünkchen darauf brennen. Wie frisch und rosig ist das süße Gesicht, — wie lacht sie ihm mit weißen Zähnchen entgegen, wie leuchten die Nixenaugen hinter den langen, dunklen Wimpern hervor!
»Wie gut, daß Sie kommen, Graf!« ruft sie ihm heiter entgegen. »Ich hatte Sehnsucht nach Ihnen, große Sehnsucht! Und wissen Sie auch, warum?«
Er begrüßt sie von weitem, ohne ihr die Hand zu reichen.
»Warum?« wiederholt er beinahe mechanisch und drückt den Südwester fester auf den Kopf. — »Nein, das weiß ich nicht, mein gnädiges Fräulein!«
»O, Sie kennen meinen Egoismus noch nicht!« fährt sie harmlos fort; »ich möchte gern einmal in einem Boot hinausfahren in die See, weil es sich gewiß herrlich auf dem Wasser schaukelt!«
Seine Augen leuchten unwillkürlich auf, er tritt einen Schritt näher.
»Boot fahren, Fräulein Gabriele? — Solch ein langweiliges Vergnügen?!«
»So fand ich es ehemals in Heringsdorf, wo sich kein Lüftchen regte! Aber heute, wo solch hohe Wellen sind, wo wir solch argen Sturm haben ...«
Sein lautes Auflachen unterbricht sie.
»Sturm?!«