Wie gleicht er Guntram Krafft! —

Wird auch sein Bild einst hier hängen, wird auch unter ihm das grausige Wort »ertrunken« stehen ... wird ...

Gabriele macht eine jähe Bewegung und preßt schweratmend die Hand gegen das Herz — und als sie sich hastig zurückwendet, ringt sich ein leiser Schreckenslaut von ihren Lippen.

Dort an dem Kirchenstuhl steht Guntram Krafft, mit gekreuzten Armen, still und regungslos, und starrt sie aus weitoffenen Augen an.

Blick ruht in Blick ..., und die Orgelklänge flüstern, schwellen wieder an und klingen so voll und feierlich, als trügen sie schon jetzt das Dankgebet vereinter Herzen zum Himmel.

Der Graf macht eine Bewegung, als wolle er sich mit beiden Händen schwer auf die Lehne des Kirchenstuhles stützen, dann schreitet er langsam näher, tritt neben sie und schaut auf das geschmückte Bild Wulffhardts nieder.

»Warum taten Sie das?« fragt er mit leiser, fremder Stimme.

Gabriele sieht nicht auf zu ihm, sie wendet sich und ordnet mit bebenden Händen unter den Blüten auf dem Altar, welche bereits so wohlgeordnet liegen.

»Das Herz tut mir weh, wenn ich daran denke, wie früh er sterben mußte!«