Guntram Krafft führt es zum Altar.
Mike schreitet zwischen ihm und dem Geliebten, eine blühende, kraftvoll schöne Braut. Sie tragt das goldblonde Haar schlicht gescheitelt und in Zöpfen herabhängend, ein dicker grüner Myrtenkranz legt sich um den ganzen Kopf und endet in einer rosa Schleife, welche lang über den Rücken herabflattert.
Eine dunkelgrüne Tuchjacke, mit Ärmeln, welche oben sehr weit, unten sehr eng sind, ein buntes, mit breiten Fransen besetztes Halstuch, ein schwarzer Warprock, welchen eine mächtig breite, geblümte Schürze beinahe verhüllt, bilden den Staat der Braut, welche ihr Gesangbuch gegen das Herz preßt und mit niedergeschlagenen Augen und hochroten Wangen daherschreitet, wie die Verkörperung eines echten, rechten Glückes!
Und Jöschen an ihrer Seite sieht nicht minder strahlend aus, wenngleich sein frisches Gesicht mit den hellblauen, lustigen Augen und dem weißblonden Flaum auf der Oberlippe recht verlegen ob all der Ehre, welche ihm geschieht, dreinschaut.
Sein dunkler, großer Filzhut ist mit rotem Band und Blumenstrauß geschmückt, ein ebensolcher ziert die offenstehende Fischerjoppe, unter welcher eine schwarze Manchesterweste mit rotem und grünem Sternchenmuster sichtbar wird.
Der Hemdkragen fällt blendenweiß über und wird von einem sehr grellfarbigen Schlips geschlossen.
Da Jöschen sich just nagelneue, hohe Wasserstiefeln hat machen lassen, trägt er sie selbstredend an seinem Ehrentag und stampft so kräftig durch die Kapelle, daß es auf den Steinplatten hallt.
Dem Brautpaar folgt die Schar der Gäste, Fischer und Fischerfrauen, wohl die gesamten Einwohner des kleinen Dörfchens.
Alle ernst und feierlich, in ehrwürdig, altväterischem Staat, einem Gemisch von bäurischer Tracht und einem ersten Anfang städtischer Kleidung, wenngleich das bäurische in diesem weltfernen Dörfchen bei weitem überwiegt.