Wie ein Chaos von Licht und Schatten wallt es durch das finstere Gewölk der langen Leidensnacht in seinem Herzen, funkelnde Strahlengarben brechen hervor, und eine grelle, blendende, zauberhafte Sonne des Glücks steigt sieghaft über seinem Leben auf!
Gabriele hatte das Antlitz weinend auf seine Hand geneigt, — sie selber hatte ihn einen tapferen, heldenhaften Mann genannt, — ihn, der doch nichts anderes getan, als wie seine Pflicht!
Das war ein Wunder, ein Gnadenwunder Gottes des Herrn, welches ihm so jäh und wonnesam das Herz der Geliebten zugewandt! —
Wie ein Jubelschrei will es über Guntram Kraffts Lippen brechen, aber er schweigt, er blickt nur mit glänzenden Augen zum Himmel empor.
Und dann preßt er die Hand gegen die Brust, auf welcher noch immer der Zettel Gabrieles ruht, und atmet tief, tief auf.
Seine Zeit ist um.
Ein wüster, grausamer Schicksalssturm hat ihn ehemals auf seinen Lebensweg geweht, daß er sich zur himmelhohen Scheidewand zwischen ihn und all sein Glück baue, — und nun kam ein anderer, frischer, köstlicher Seesturm dahergebraust, der blies die trennende Schranke hinweg, der räumte alles aus dem Weg, was als Dorn und Nessel die roten Rosen seiner Liebe überwuchern wollte! —
Gabriele von Sprendlingen will Herz und Hand nur einem Helden zu eigen geben, und sie selber hat den Bären von Hohen-Esp einen Helden genannt! —
Drunten am Strand winken die Männer, ungeduldig harrend, mit den Fackeln, und Guntram Krafft schwenkt ihnen mit jauchzendem »Hojohe!« den Südwester zu und eilt heran, ihnen zu helfen, als flute neues Leben und neue Riesenkraft durch seine Adern! —