»O, wie hätte ich ehemals so gern mein Leben gegeben, wenn sie es nicht gewesen wäre!«

Nicht ohne Mühe buchstabierte Gabriele die einzelnen Worte heraus.

Voll äußersten Befremdens blickte sie empor.

»Ja, dieses Bekenntnis einer schönen Seele habe ich geschrieben,« — nickte sie sinnend, — »vor langen Jahren schon — kaum weiß ich noch, wie und bei welchen Vorkommnis ...«

»Vor langen Jahren?« —

»Ah! Ganz recht, jetzt entsinne ich mich! In der Weihnachtszeit war es, als wir Backfischchen eines Abends zusammensaßen und heimlich die Überraschungen für den Christtisch häkelten und stickten. — Die ganze Residenz sprach damals von dir — selbstredend behandelten auch wir dieses interessante Thema!« —

»Von mir?... als Backfische?« wiederholte Guntram Krafft mit fragendem Blick.

»Ganz recht! Man erwartete dich als Freiwilligen bei Papas Regiment, wo du deiner Militärpflicht genügen solltest, aber statt deiner kam die Kunde, daß du wegen einer ganz unbedeutenden Kleinigkeit freigekommen seist und nicht dienen wolltest!«

»Damals? Zu jener Zeit schriebst du diesen Zettel?«