Dieser vermählte sich mit einer ebenfalls reichen Erbin, und da er nur einen einzigen Sohn besaß, unterließ er es in unbegreiflichem Leichtsinn, das Majorat wiederherzustellen. Auch dem Vater deines Mannes wurde nur der eine Sohn geboren, und abermals unterblieb es, die Erbfolge zu sichern.«

»Wie genau du Bescheid weißt, Tante Agathe!« murmelte Gundula, welche aufmerksam gelauscht hatte —, »nun ... fürerst ist ja Guntram Krafft auch der einzige, und ich denke, seine Güter werden ihm nie streitig gemacht!«

Die alte Dame machte eine beinahe ungeduldige Bewegung.

»Die Güter sind durch Friedrich Karl bis auf das Äußerste verschuldet!« sagte sie herb, »und ich fürchte, du wirst dein väterliches Vermögen völlig zusetzen müssen, um wenigstens das eine oder andere zu entlasten.«

Alles Blut wich aus dem Antlitz der Gräfin.

»Davon hat mir mein Mann nie ein Wort gesagt —!«

»Unverantwortlich!« —

»Herr mein Gott!... und mein Vermögen ...«

»Vollende!« —

»O, Tante Agathe!« —