Werners Blick trifft wie Hilfe flehend Tante Agathe.
»Und Sie haben keins?« fährt Gundula schnell fort.
Der alte Mann schüttelte trostlos den Kopf.
»Ach, schlimmer, Frau Gräfin, viel schlimmer!«
»Herrgott des Himmels ... foltern Sie mich nicht! Ist er etwa krank? schwer krank?«
Da zieht der Administrator mit jähem Griff einen Brief und eine Depesche aus der Tasche und reicht beides Tante Agathe zu.
»Lesen Sie! lesen Sie!« murmelt er. »Ach, du Herr mein Gott, ich kann es nicht aussprechen, — es will mir nicht über die Lippen!« —
Gundula hat die Papiere mit heftigem Griff erfaßt, — sie wankt nach dem Fenster, sie öffnet und liest.
Der Administrator macht eine kurze, händeringende Bewegung gegen Tante Agathe, — — sie versteht ihn nicht, und so tritt er selber hinter die Gräfin, als wolle er bereit sein, eine Zusammenbrechende zu stützen.
Aber Gundula sinkt nicht unter dem furchtbaren Schlag, welcher sie trifft, nieder. Nur das Papier der Depesche knistert und wankt zwischen ihren Fingern, und ein leiser, halberstickter Schrei ringt sich von ihren Lippen. —