Alle Vorbereitungen zur Reise wurden getroffen, und es kam der Tag, an welchem Gundula im dunkel flatternden Mantel abermals auf dem Söller stand, um dem Wagen nachzublicken, welcher ihr Liebstes von dannen führte. —

Sorgenvoll schaute sie auf, ob die Sonne abermals für sie untergehen werde für ewige Zeit! — Aber nein, wohl peitschte der Sturm das schwere Schneegewölk gegen sie und verdunkelte sie für kurze Zeit, dann aber brach ihr Licht kraftvoll und siegreich hervor, wie endliches, segnendes Glück!

VII.

Schneegestöber!

Wie weiße Watte lag's auf der Erde, und darunter blankes Glatteis, so daß die Scharen der Straßenjungen mit lärmendem Hallo die breiten Trottoirplatten entlangschlidderten!

Die eleganten Villen hatten Hermelinmäntel umgeworfen und standen in ihrer fürstlichen Pracht noch stolzer und unnahbarer wie sonst inmitten der wohlgepflegten Gärten, aus denen die Tannen, Lebensbäume und Taxus wie grüne Butzemänner schauen, welche unter weißen Laken Versteck spielen! Schlitten flogen mit klingenden Schellen und prächtig geschmückten Rossen vorüber wie Märchenbilder, schöne Frauen in flockigen Pelzen saßen darin und neigten grüßend die Köpfchen, Damen und Herren in eleganten Eiskostümen eilten dem spiegelblanken See im Parke zu, und zwischendurch drängte und schwatzte und lachte der breite Strom der Passanten, welche Dienst, Geschäft oder Vergnügen hinaus in das lustige Winterwetter trieb!

Guntram Krafft schritt langsam, schier atemlos schauend die Parkstraße hinab.

Es war zum erstenmal, daß eine größere Stadt ihre reizbaren Bilder vor ihm entrollte und den Neuling durch ihren rastlosen Wechsel in die seltsamsten Gefühle versetzte.