Er reißt abermals den eleganten, spiegelblanken Filz von dem lockigen Haar und stottert ein paar unverständliche Worte, — aber sein Blick hängt wie gebannt an ihrem Antlitz, so naiv und ehrlich in seinem staunenden Entzücken, daß die junge Dame sich lächelnd abwendet und neben die Pferde tritt, welche mit Hilfe von untergeworfenen Decken wieder auf die Füße gebracht sind.

Auch der Kutscher ist herbeigehinkt, klopft den Schnee von seinem Mantel und untersucht das Geschirr.

»Na, das hat man alles noch gut gegangen, gnädiges Fräulein! Nicht mal ein Strang oder Riemen ist gerissen, und die Pferde sind auch mit dem Schreck davongekommen! Steigen Sie man ruhig wieder ein, es ist doch noch eine ganze Strecke bis nach Haus!«

Guntram Krafft ist zur Seite getreten, er merkt es erst an dem erstaunten Blick eines Dienstmannes, daß er den Hut noch immer in der Hand hält.

Hastig setzt er ihn auf, — seltsam, daß er das ganz vergessen hatte, daß er in dem eisigen Wind nicht fror! —

Sein Blick hängt noch immer wie gebannt an der schlanken, schmiegsamen Gestalt der jungen Dame, welche den gelbflockigen Pelz wieder um die Schultern wirft. Wie weicher Flaum umschmeichelt er ihr rosiges Gesicht. — Sie wendet sich dem Schlitten zu, um einzusteigen, und abermals tritt der junge Graf herzu, ihr beinahe schüchtern die Hand zu bieten, um ihr behilflich zu sein.

Wieder trifft ihn ihr Blick, — sie lächelt.

Aus Höflichkeit, gleichsam, um für seine Hilfe dankend zu quittieren, legt sie für eine Sekunde die zierliche Hand in die seine und schwingt sich voll sicherer Grazie in den Schlitten.

Sein Antlitz strahlt, sein Blick taucht in den ihren, er sieht sie an wie ein Kind, welches voll ehrlicher Unschuld sagt: »Wie bist du so schön! wie gefällst du mir so gut!«

Und die junge Dame, welche so viel Welt- und Menschenkenntnis besitzt, liest das auch sehr klar und deutlich von seinem hübschen Gesicht. Sie sieht ein wenig erstaunt aus, sie mustert seine elegante, hochmoderne Erscheinung, welche so gar nicht zu dem naiven Wesen des blonden Riesen paßt, sie lächelt abermals freundlich und anmutig, neigt das Köpfchen dankend und wendet sich zu dem Dienstmann, welcher hilfsbereit einen kleinen Reisekoffer und eine Plaidrolle, welche in den Schnee gefallen, in den Schlitten zurücklegt. —