„Gleich!“ versetzte Tschitschikow: „Ich möchte Sie sogar bitten, dafür zu sorgen, daß es gleich heute geschieht. Ich möchte nämlich schon morgen wieder weiterreisen, den Kontrakt und das Gesuch habe ich gleich mitgebracht!“
„Das ist alles sehr schön und gut, aber Sie werden schon verzeihen: so früh können wir Sie unmöglich fortlassen. Die Kontrakte sollen noch heute unterschrieben werden, aber Sie werden sich schon entschließen müssen, noch ein paar Tage mit uns zu verleben. Ich will sogleich Order erteilen,“ fuhr er fort, indem er die Tür der Kanzlei öffnete, welche ganz voll von Beamten war, die wie ein Bienenschwarm ihre Zellen umschwärmten, wenn nur ein Vergleich der Akten mit Bienenzellen zulässig ist: „Ist Iwan Antonowitsch hier?“
„Ja! Hier!“ antwortete eine Stimme aus dem Innern des Zimmers.
„Er soll herkommen!“
Iwan Antonowitsch, die Kannenschnauze, deren Bekanntschaft der Leser schon gemacht hat, erschien im Amtszimmer und machte eine devote Verbeugung.
„Bitte, Iwan Antonowitsch, nehmen Sie doch alle diese Kaufverträge und ...“
„Iwan Grigorjewitsch!“ fiel hier Sabakewitsch ein, „bitte vergessen Sie nicht, daß wir auch noch Zeugen brauchen, wenigstens zwei Mann von jeder Partei. Schicken Sie doch gleich zum Staatsanwalt, er hat nicht viel zu tun und sitzt sicher zu Hause: Solotucha, der Anwalt, besorgt all seine Arbeiten; einen größeren Räuber wie den gibt’s auf der Welt nicht wieder! Der Sanitätsinspektor ist auch nicht sehr beschäftigt, und ist wahrscheinlich auch zu Hause, wenn er nicht bei einem Bekannten sitzt und Karten spielt; ach, und dann gibt’s ja noch eine ganze Reihe von Leuten, die hier in der Nähe wohnen: Truchatschewski, Bjeguschkin — lauter Leute, die der lieben Erde durch ihren Müßiggang zur Last fallen!“
„Richtig! Sehr richtig!“ sprach der Präsident, und schickte sofort einen Kanzleibeamten fort, um sie holen zu lassen.
„Ich habe noch eine Bitte,“ sagte Tschitschikow: „Schicken Sie doch bitte noch nach dem Vertrauensmann einer Gutsbesitzerin, mit der ich auch ein kleines Geschäft abgeschlossen habe — es ist der Sohn des Oberpriesters Pater Cyrill; er dient bei Ihnen.“
„Mit Vergnügen, ich will ihn gleich holen lassen!“ sprach der Präsident: „es wird alles besorgt, ich bitte Sie nur eins, geben Sie den Beamten nichts. Meine Freunde brauchen nicht zu zahlen.“ Hierauf gab er Iwan Antonowitsch noch einen Auftrag, der diesem recht wenig zu gefallen schien. Die Verträge schienen einen vortrefflichen Eindruck auf den Präsidenten gemacht zu haben, besonders als er sah, daß die Kaufsumme nahezu hunderttausend Rubel betrug. Er sah Tschitschikow einige Minuten lang in die Augen und sagte schließlich: „Sehen Sie wohl, Pawel Iwanowitsch. Sie haben also eine Akquisition gemacht!“