„Ach! Festons sind doch aber nicht hübsch!“
„Ja man trägt nur noch Festons, nichts wie Festons. Pelerinen aus Festons, auf den Ärmeln Festons, Aufsätze aus Festons, unten Festons, mit einem Wort überall Festons.“
„Das ist aber schade Sofja Iwanowna, Festons sind nicht hübsch!“
„Doch Anna Grigorjewna, sie machen sich reizend, ganz entzückend, man näht sie so: erst faltet man sie zweimal, läßt einen breiten Schlitz und oben ... Aber warten Sie, jetzt muß ich Ihnen etwas erzählen, worüber Sie sich wundern werden und sagen werden, daß ... Ja wundern Sie sich nur: die Taillen werden jetzt viel länger getragen, vorn laufen sie ein wenig spitz aus und das vordere Fischbein ragt ganz weit hervor; der Rock wird rings herum gerafft wie bei den alten Reifröcken, und sogar hinten ein wenig wattiert, ganz à la belle femme.“
„Nein, wissen Sie, das geht zu weit! Das muß ich denn doch sagen!“ rief die in jeder Beziehung angenehme Dame aus, machte eine empörte Kopfbewegung und richtete sich im Gefühl ihrer Würde stolz auf.
„Sehr richtig, das geht zu weit, das muß ich auch sagen!“ antwortete die bloß angenehme Dame.
„Nein, Verehrteste, machen Sie was Sie wollen, aber da tue ich nicht mit!“
„Ich auch nicht ... Wenn man sich vorstellt, was nicht alles Mode wird ... da hört doch alles auf! Ich habe meine Schwester um den Schnitt gebeten, bloß so zum Scherz, wissen Sie. Meine Melanie ist eben am Nähen.“
„Was, Sie haben den Schnitt?“ rief die in jeder Beziehung angenehme Dame aus, nicht ohne daß man ihr eine gewisse innere Bewegung angemerkt hätte.
„Natürlich. Meine Schwester hat ihn mitgebracht!“