„Man muß doch aber die Pferde zuerst beschlagen lassen, Pawel Iwanowitsch!“
„Ach du Hundsfott! Du Klotz du! Warum hast du mir das denn nicht früher gesagt? Du hast doch wohl Zeit genug dazu gehabt?“
„Hm, ja, Zeit hätt’ ich freilich dazu gehabt ... Aber dann ist da noch was mit dem Rade los, Pawel Iwanowitsch ... Man wird einen neuen Reifen aufsetzen müssen, der Weg hat so viele Gruben und Löcher, und ist so holperig ... Ja, und dann habe ich noch etwas vergessen: der Kutschbock ist entzwei, der ist so wackelig, daß er keine zwei Stationen mehr halten kann.“
„Schurke!“ schrie Tschitschikow, schlug die Hände zusammen und ging auf Seliphan los, daß dieser Angst bekam, sein Herr könne ihm ein recht unangenehmes Geschenk machen, auswich und ein paar Schritte zurücktrat.
„Willst du mich umbringen? Willst du mich töten? Was? Du willst mich wohl am Wege ermorden, wie ein Räuber und Strauchdieb? Du Schwein du, du Meerungeheuer! Drei Wochen lang rühren wir uns nicht vom Fleck! Und wenn er nur ein einziges Wort gesagt hätte, der nichtsnutzige Kerl! Statt dessen verschiebt er alles bis auf die letzte Stunde! Jetzt wo schon alles so weit ist, daß man einsteigen und fortfahren möchte, gerade da muß er einem solch einen Streich spielen! Was ...? Du hast es doch gewußt? Hast du es etwa nicht gewußt? Wie? Antworte! Nun?“
„Freilich!“ antwortete Seliphan und ließ den Kopf hängen.
„Nun warum hast du dann nichts gesagt? Wie?“ Auf diese Frage erfolgte keine Antwort. Seliphan stand noch immer mit gesenktem Kopfe da, und schien zu sich selbst zu sprechen: „Siehst du wohl, wie das gekommen ist: ich hab’s doch gewußt, und trotzdem nicht gesagt!“
„So, lauf jetzt zum Schmied und laß ihn kommen. In zwei Stunden muß alles fertig sein, verstanden? Spätestens in zwei Stunden! Wenn’s dann nicht fertig ist, dann — dann nehm ich dich und binde dich zu einem Knoten zusammen!“ Unser Held war ganz außer sich vor Wut.
Seliphan wollte schon hinausgehen, um den Befehl seines Herrn auszuführen; aber er besann sich noch einen Augenblick, blieb stehen und sagte: „Wissen Sie, gnädiger Herr, den Schecken, den sollte man eigentlich verkaufen, wirklich Pawel Iwanowitsch, das ist so ein Schurke ... bei Gott, solch ein gemeiner Gaul, der hindert einen ja nur!“
„So? ich soll wohl gleich auf den Markt laufen und ihn verschachern. Was?“