„Bei Gott, Pawel Iwanowitsch. Der sieht nur so kräftig aus; in Wirklichkeit ist er höchst verschlagen und unzuverlässig, so ein Pferd gibt’s gar nicht wieder ...“
„Esel! Wenn es mir paßt, dann verkaufe ich ihn schon selbst. Hält der Kerl hier noch lange Reden! Paß mal auf; wenn du mir nicht gleich ein paar Schmiede holst, und wenn mir nicht in zwei Stunden alles fix und fertig ist, dann kriegst du einen Nasenstüber, daß du nicht weißt, wo dir der Kopf steht! Mach, daß du raus kommt! Marsch!“ Seliphan verließ das Zimmer.
Tschitschikow war in der schlechtesten Laune, die man sich denken kann, und warf seinen Säbel, den er auf Reisen immer bei sich trug, um die Leute in Furcht und Respekt zu halten, wütend auf den Boden. Mehr als eine Viertelstunde zankte er sich mit den Schmieden herum, ehe er mit ihnen einig wurde, denn diese waren, wie das zu geschehen pflegt, ganz abgefeimte Gauner und forderten das Sechsfache, als sie merkten, daß Tschitschikow es sehr eilig hatte. So sehr er sich auch ereiferte, sie Diebe, Räuber und Wegelagerer nannte, es wollte alles nichts fruchten; er versuchte es sogar, sie mit dem jüngsten Gericht zu schrecken; aber auch das machte keinen Eindruck auf die Schmiedegesellen, sie blieben fest, und ließen nicht nur nichts vom geforderten Preise ab, sondern brauchten noch dazu statt zwei Stunden ganze fünfeinhalb, um den Wagen in Ordnung zu bringen. Während dieser Zeit konnte Tschitschikow in vollen Zügen jene schönen Minuten genießen, die jeder Reisende so gut kennt, wenn die Koffer gepackt sind und nur noch einige Stücke Bindfaden, ein paar Papierfetzen und anderer Plunder im Zimmer herumliegen, wenn der Mensch noch nicht im Wagen sitzt, aber auch nicht ruhig zu Hause bleiben kann, und schließlich ans Fenster tritt, um sich die Leute anzusehen, die unten auf der Straße vorüber gehen oder eilen, über ihre Groschen sprechen, ihre blöden Blicke neugierig auf ihn richten und ruhig ihrer Wege gehen, was den armen Reisenden, der durchaus nicht fort kann, noch mehr verstimmt. Alles was er sieht: der vor ihm liegende Kaufladen, der Kopf der alten Frau, die im gegenüberliegenden Hause wohnt, und von Zeit zu Zeit immer wieder an das mit kurzen Gardinen verhängte Fenster tritt, — alles widert ihm an, und doch kann er sich nicht entschließen, vom Fenster wegzugehen. Er rührt sich nicht vom Fleck, seine Gedanken verlieren sich ins Uferlose, er vergißt sich und seine ganze Umgebung, um gleich darauf wieder zu den vertrauten Gegenständen zurückzukehren. Stumpfen Sinnes betrachtet er alles, was um ihn herum lebt und webt, und zerdrückt schließlich ärgerlich eine Fliege, die summend gegen die Fensterscheibe fliegt und ihm dabei gerade unter die Finger kommt. Aber alles in der Welt hat ein Ende, und der ersehnte Augenblick bricht an: endlich war alles in Ordnung: der Kutschbock war repariert, wie es sich gehörte, das Rad hatte einen neuen Reifen, die Pferde hatten zu trinken bekommen, und die Schmiede entfernten sich, nachdem sie ihr Geld noch einmal nachgezählt und Tschitschikow eine glückliche Reise gewünscht hatten. Endlich waren auch die Pferde vor den Wagen gespannt; dann wurden noch schnell zwei warme Bretzel, die man soeben gekauft hatte, in die Kutsche gepackt, auch Seliphan steckte sich noch etwas in die Tasche, die am Kutschbock angebracht war, und unser Held verließ den Gasthof, um seinen Wagen zu besteigen, begleitet vom Kellner, der wie immer seinen baumwollenen Rock anhatte, und grüßend seinen Hut schwenkte, sowie von ein paar Kutschern und Lakaien, die teils zum Gasthof gehörten, teils herbeigelaufen waren, um zu sehen, wie der fremde Herr abfährt; nebst allem sonstigen Zubehör, wie es bei einer Abreise nie fehlen darf; Tschitschikow setzte sich in die Equipage, und die bekannte Junggesellenkutsche, die so lange unbenutzt im Stall gestanden hatte und den Leser vielleicht schon zu langweilen beginnt, rollte zum Tore hinaus. „Gott sei Dank!“ dachte Tschitschikow und schlug ein Kreuz. Seliphan knallte mit der Peitsche, Petruschka, der erst eine Weile auf dem Trittbrett gestanden hatte, nahm neben ihm Platz, unser Held setzte sich recht bequem auf dem grusischen Teppich zurecht, legte sich ein Lederkissen in den Rücken, wobei er die beiden warmen Bretzel kräftig zusammendrückte, und der Wagen setzte sich aufs neue, hopsend und springend in Bewegung, dank dem Pflaster, welches ja bekanntlich eine beträchtliche Schwungkraft besaß. Mit einem seltsamen unklaren Gefühl blickte Tschitschikow auf die Häuser, die Mauern, die Zäune und Straßen, die gleichfalls auf und ab zu hüpfen schienen und langsam an seinen Augen vorüberzogen. Weiß Gott, ob es ihm beschieden sein würde, sie in seinem Leben noch einmal wiederzusehen. Bei einer Straßenkreuzung mußte der Wagen Halt machen, er wurde nämlich durch einen Leichenzug aufgehalten, der sich die ganze Straße entlang dahin bewegte. Tschitschikow steckte den Kopf aus dem Wagen, und sagte Petruschka, er solle einmal fragen, wer da beerdigt werde. Es stellte sich heraus, daß es der Staatsanwalt war. Äußerst unangenehm berührt, lehnte Tschitschikow sich schnell in eine Ecke zurück, ließ den Wagen aufklappen und zog die Vorhänge zu. Während die Equipage still stand, nahmen Seliphan und Petruschka fromm ihre Mützen ab und sahen sich den Zug aufmerksam an, wobei sie sich besonders für die Wagen und ihre Insassen zu interessieren und genau nachzuzählen schienen, wie viele von den Leidtragenden fuhren, und wie viele zu Fuß gingen; auch ihr Herr, der ihnen befohlen hatte, sich nicht zu erkennen zu geben und keinen von den bekannten Lakaien zu grüßen, sah sich den Zug durch ein kleines Fenster im ledernen Verdeck an. Alle Beamten folgten entblößten Hauptes dem Sarge. Tschitschikow fürchtete sich einen Augenblick, sie könnten seine Equipage erkennen; aber sie achteten gar nicht auf sie. Sie unterhielten sich nicht einmal über jene praktischen Fragen, welche gewöhnlich gestreift werden, wenn man an einer Beerdigung teilnimmt. All ihre Gedanken konzentrierten sich auf sich selber; sie dachten darüber nach, was der neue Generalgouverneur wohl für ein Mann sei, wie er die Geschäfte verwalten, und wie er sich zu ihnen stellen werde. Auf die Beamten, welche zu Fuß gingen, folgte eine Reihe von Wagen, aus denen Damen mit schwarzen Hauben und Schleiern hervorblickten. Nach den Bewegungen ihrer Hände und Lippen mußte man schließen, daß sie in einer lebhaften Unterhaltung begriffen waren: vielleicht sprachen auch sie über die Ankunft des neuen Generalgouverneurs, äußerten ihre Vermutungen über die Bälle die er geben würde und sorgten schon jetzt für ihre neuen Rüschen und Aufsätze. Zuletzt kamen noch einige leere Droschken hinter den Equipagen hergefahren, eine hinter der andern, und dann kam lange nichts mehr, die Bahn war frei, und unser Held konnte weiterfahren. Er ließ das Lederverdeck herunter, seufzte aus tiefster Seele, und sagte: „Das war der Staatsanwalt! Er lebte und lebte, und nun ist er tot! Jetzt werden sie in den Zeitungen schreiben, er sei gestorben zum großen Schmerz all seiner Untergebenen und der ganzen Menschheit, er der stets ein geachteter Bürger, ein seltener Vater, das Muster von einem Gatten gewesen sei; was werden sie nicht noch alles schreiben: vielleicht fügen sie auch noch hinzu, daß die Tränen der Witwen und Waisen ihn bis ans Grab begleiteten; sieht man sich aber die Sache aus der Nähe an, und geht man ihr ordentlich auf den Grund, dann war an dir eigentlich nichts merkwürdig, außer deinen buschigen Augenbrauen.“ Und er rief Seliphan zu, er solle sich beeilen und sprach zu sich selber: „Eigentlich ist es doch ganz gut, daß wir einem Leichenzuge begegnet sind, man sagt, es bedeute Glück, wenn ein Leichenwagen vorüberfährt.“
Unterdessen fuhr der Wagen schon durch die öden und leeren Straßen der Vorstadt, und bald sah man zu beiden Seiten nichts mehr, als lange Bretterzäune, welche das Ende der Stadt ankündigten. Nun hörte auch schon das Straßenpflaster auf, da war der Schlagbaum, die Stadt lag hinter den Reisenden — man befand sich auf der öden einsamen Landstraße. Und wieder jagte der Wagen den Postweg entlang mit seinen altbekannten Bildern zu beiden Seiten: seinen Meilensteinen, Stationsbeamten, Brunnen, Fuhren, Lastwagen, den grauen Dörfern mit ihren Teemaschinen, den Bauernfrauen und dem forschen bärtigen Hausherrn, der mit einem Hafersack aus der Herberge gelaufen kommt, dem Wanderer, in zerrissenen Bastschuhen, welcher vielleicht schon siebenhundert Werst zurückgelegt hat, den munteren Städtchen mit ihren hölzernen Läden, Mehlfässern, Bastschuhen, Bretzeln und dem übrigen Plunder, den scheckigen Schlagbäumen, den ewig in Reparatur befindlichen Brücken, den unübersehbaren Feldern hüben und drüben, den Erntewagen, dem reitenden Soldaten, der einen grünen Kasten voll Artilleriefutter mit der Inschrift: An die so und so vielste Artilleriebrigade! mit sich führt, den grünen, gelben oder frisch aufgeworfenen schwarzen Streifen Ackerlandes, die hie und da in der Steppe auftauchen, dem aus der Ferne herüberklingenden melancholischen Gesang, den Kiefernwipfeln in zartem Nebeldunst, dem verhallenden Glockengeläute, den Scharen wilder Raben, die vorüberziehen gleich Fliegenschwärmen und dem endlosen grenzenlosen Horizont ... Oh, Rußland! mein Rußland! ich sehe dich, sehe dich aus meiner herrlichen wundersamen Ferne. Arm, weit verstreut und unfreundlich sind deine Gaue, kein frohes Wunder der Natur, gekrönt von frechen Wunderwerken kühner Kunst — erheitern oder schrecken hier den Blick, keine Städte mit vielfenstrigen hohen Palästen in wilde Felsen eingebaut, keine malerischen Bäume und Efeuranken, in Häuser eingewachsen, umbraust vom Staube ewiger Wasserfälle; nicht braucht das Haupt sich zurückzuneigen, um mit dem Blick den grenzenlos zur Höhe emporgetürmten Gebirgsblöcken folgen zu können; nicht blitzen hinter langgestreckten, dunklen Säulengängen, um die sich Rebenzweige, Efeu und Millionen wilder Rosen schlingen: nicht blitzen hinter ihnen auf die ewigen Linien ferner leuchtender Berge, die sich in silberklaren Himmeln verlieren. Frei, wüst und offen liegst du da; wie kleine Pünktchen oder Zeichen, so ragen aus der Ebene deine niedrigen Städte auf: nichts lockt, verführt, bezaubert unseren Blick. Und dennoch, welch unbegreifliche, geheimnisvolle Kraft zieht mich zu dir? Warum klingt unaufhörlich dein melancholisches, nie verstummendes, die ganze unermeßliche Weite durcheilendes, von Meer zu Meere dringendes Lied uns im Ohr? Welch ein geheimer Zauber liegt in diesem Liede? Was ruft und lockt, was schluchzt darin und greift so seltsam uns ans Herz? Was sind das für Töne, die unsere Seele so zärtlich umschmeicheln und küssen, zum Herzen dringen und es süß umspinnen? O, Rußland! sag, was willst du nur von mir? Welch unbegreiflich Band ist zwischen uns geknüpft? Was blickst du mich so an, und warum hält alles, alles was dich erfüllt, seine Augen so erwartungsvoll auf mich gerichtet? ... Noch immer steh’ ich zweifelnd und unbeweglich da, schon hat die finstere regenschwangere Wolke mein Haupt beschattet, und schon verstummt der Gedanke von deiner grenzenlosen Ausdehnung. Was verheißt diese unermeßliche Freiheit und Weite? Oder sollte hier, in deinem Schoße, auch der unendliche Gedanke geboren werden, wo du doch selber kein Ende hast? Nicht hier der Held erstehn? wo frei der Raum sich weitet, auf daß er sich entfalte und ausbreite und frei dahinschreite? Und furchtbar umfängt mich der majestätische Raum, der tief mein Inneres erschüttert mit all seinen Schrecken; von einer übernatürlichen Macht ward mein Auge erleuchtet ... O, welch eine schimmernde, wunderbare unbekannte Ferne! Mein Rußland! ...
„Halt, halt, du Esel!“ rief Tschitschikow Seliphan zu.
„Ich hau dir gleich eins mit meinem Pallasch runter!“ schrie ihn ein vorübersprengender Feldjäger an, der einen Schnurrbart von der Länge eines Meters hatte. „Siehst du denn nicht, daß das ein staatlicher Wagen ist? hol dich der Teufel!“ Und wie eine Vision verschwand unter Donner und Staubwolken das Dreigespann.
Welch eine seltsame, wunderbare Lockung liegt doch in dem Worte: Landstraße! Und wie herrlich ist sie selbst, diese Landstraße! Ein heller Tag, Herbstblätter, die Luft ist kalt ... Hüll dich tiefer in deinen Regenmantel! Die Mütze über die Ohren, und schmieg dich enger und gemütlicher in deine Wagenecke! Ein letztes Mal noch läuft uns ein Schauer durch unsere Glieder, und schon durchströmt uns behagliche Wärme. Die Rosse jagen dahin ... Wie lockend naht der Schlummer. Die Augenlider senken sich. Und wie im Halbschlaf erklingt noch einmal das Lied: „Nicht weißer Schnee ...“, das Schnauben der Pferde und das Rasseln der Räder und schon schnarchst du laut, indem du deinen Nachbar tief in die Wagenecke drückst. Doch nun erwachst du: fünf Stationen liegen hinter dir; der Mond steht hoch am Himmel; du fährst durch eine unbekannte Stadt, vorbei an Kirchen mit altertümlichen Holzkuppeln und dunkelen Turmspitzen, an finsteren hölzernen und weißen steinernen Häusern vorüber: hie und da ein breiter Streifen schimmernden Mondlichts, gleich als ob weiße Leinentücher über Wände und Straßen gebreitet wären, kohlschwarze Schatten legen sich schräg darüber, wie flimmerndes Metall glänzen die helleuchtenden Holzdächer: und keine Seele rings umher: alles schläft. Nur ein einsamer Lichtschein fällt hier oder dort aus einem kleinen Fenster: ist es ein Bürgersmann, der seine Stiefel stopft, oder ein Bäcker, der sich beim Ofen zu schaffen macht? — was kümmert’s dich, o, welche Nacht! Himmlische Mächte! welch eine Nacht webt droben in der Höhe! O Luft, o Himmel, weiter hoher Himmel in deiner unerreichbaren Tiefe, der du dich so unfaßbar klar und helltönend über uns breitest! ... Kühl weht dir in die Augen der kalte Atem der Nacht und lullt dich ein in süßen Schlaf; nun schlummerst du, vergißt dich ganz und schnarchst — doch zornig bewegt und schüttelt sich dein armer, in die Ecke gezwängter Nachbar unter deiner allzu schweren Bürde. Von neuem erwachst du, und wieder liegen vor dir Felder und Steppen; leer ist’s um dich herum, frei dehnt die Ebene sich in die Weite. Ein Meilenstein nach dem andern fliegt an dir vorüber; der Morgen steigt empor; am bleichen kalten Horizont erscheint ein matter Goldstreifen, kühler und kräftiger weht dir der Wind um die Ohren. Hüll dich tiefer in deinen Mantel! Welch herrliche Kälte! Wie wunderbar umfängt aufs neue dich der Schlummer! Ein Stoß und abermals erwachst du. Die Sonne steht schon im Zenith. „Vorsicht, Vorsicht!“ ruft’s neben dir, der Wagen jagt den steilen Berg hinab. Unten wartet eine Fähre: ein breiter, klarer Teich, der wie ein kupferner Kessel in der Sonne glänzt; ein Dorf, mit malerischen Hütten an den Hängen; wie ein Stern blitzt abseits das Kreuz der Dorfkirche; wie tiefes Summen tönt der Bauern munteres Geplauder, und unbezwinglicher Appetit regt sich im Magen ... Mein Gott, wie schön ist doch bisweilen solch weiter, weiter Reiseweg! Wie oft schon klammerte ich mich gleich einem Untergehenden und Ertrinkenden an dich, und jedes Mal noch zogst du mich empor und rettetest hochherzig mich Armen! Und wieviel herrliche Gedanken und Träume voll wundersamer Poesie wurden auf solche Weise geboren, wie viele beglückende Eindrücke erfüllen schon die Seele! ... Indessen auch Freund Tschitschikows Träume waren durchaus nicht so ganz prosaischer Art. Sehen wir einmal zu, was für Gefühle ihn beseelten! Anfangs empfand er überhaupt nichts und sah sich immer wieder um, weil er sich überzeugen wollte, ob die Stadt auch wirklich hinter ihm läge; aber als er sah, daß sie längst verschwunden war, und keine Schmiede, keine Mühle, noch sonst etwas von alledem, was um eine Stadt herum zu liegen pflegt, mehr zu entdecken war, und selbst die weißen Spitzen der steinernen Kirchen längst in die Erde gesunken waren, da richtete sich seine ganze Aufmerksamkeit auf den Weg; er blickte nach rechts und nach links, die Stadt N. war ganz vergessen, wie wenn er vor langer, langer Zeit, in seiner frühesten Kindheit dort gewesen wäre. Schließlich fing auch der Weg an, ihn zu langweilen, er machte die Augen ein wenig zu und lehnte den Kopf an das Kissen. Der Autor muß gestehen, daß er sich eigentlich darüber freut, da er doch so endlich einmal Gelegenheit findet, einige Worte über seinen Helden zu sagen, denn bisher wurde er ja immer — der Leser weiß es ja selbst — bald durch Nosdrjow, bald durch irgend einen Ball, bald durch die Damen oder den Stadtklatsch, oder durch tausend andere Kleinigkeiten daran gehindert, die immer erst dann als Kleinigkeiten erscheinen, wenn sie im Buche stehen, dagegen immer für höchst wichtige Angelegenheiten gehalten werden, solange sie noch in der Welt umherschwirren. Nun aber wollen wir alles beiseite legen und uns ganz der Sache selbst widmen.
Ich bin sehr im Zweifel, ob der Held meiner Dichtung dem Leser gefallen wird. Den Damen wird er ganz sicher nicht gefallen, das läßt sich schon im Voraus mit Bestimmtheit behaupten — denn die Damen wollen, daß ihr Held ein Muster jeglicher Vollkommenheit darstelle, und wenn ihm nur der kleinste leibliche oder seelische Makel anhaftet, dann ist es für immer vorbei. Der Autor mag ihm noch so tief in die Seele hineinleuchten, sein Bild reiner zurückstrahlen lassen, als ein Spiegel — der Mann hätte doch nicht den geringsten Wert in ihren Augen. Schon die Fülle und das Alter Tschitschikows müssen ihm sehr schaden: diese Fülle wird man unserem Helden nie verzeihen, und viele Damen werden sich verächtlich abwenden und sagen: „Pfui, wie häßlich er ist!“ Ach ja! Das alles ist dem Autor wohl bekannt, und dennoch — und trotz alledem kann er sich keinen tugendhaften Menschen zum Helden wählen ... Allein ... vielleicht wird man in dieser selben Erzählung noch nie angeschlagene Saiten vernehmen, wird der russische Geist in ihr in seinem unendlichen Reichtum vor uns erscheinen, ein Mann begabt mit göttlichen Vorzügen und Tugenden an uns vorüberschreiten, oder ein herrliches russisches Mädchen, wie man es auf der ganzen Welt nicht wieder findet, ausgestattet mit allen Schönheiten der weiblichen Seele voll hochherzigen Strebens und zu jedem höchsten Opfer bereit! Verblassen und dahinschwinden werden vor ihnen alle tugendhaften Männer und Frauen anderer Stämme, wie der tote Buchstabe vor dem lebendigen Wort! Zum Lichte drängen werden sich alle mächtigen Regungen der russischen Seele, .. und es wird an den Tag kommen, wie tief die slavische Natur ergreift und festhält, was nur die Oberfläche fremder Völker streifte ... Allein, warum soll ich davon reden, was noch vor uns liegt? Nicht ziemt sich’s für den Dichter, der längst des Mannes reifes Alter erreichte, und den die ernste Strenge inneren Lebens und die erfrischende Nüchternheit der Einsamkeit härteten und stählten, dem Knaben gleich sich zu vergessen. Jedes Ding hat seinen Platz und seine Zeit! Und doch, trotz alledem ward nicht der Tugendhafte zum Helden erwählt. Wir können es sogar sagen warum er nicht erwählt ward. Weil es endlich einmal Zeit ist dem armen Tugendbold etwas Ruhe zu gönnen; weil das Wort „tugendhafter Mensch“ fortwährend auf allen Lippen schwebt; weil man den tugendhaften Menschen zu einem Steckenpferd gemacht hat, und weil es keinen Schriftsteller mehr gibt, der nicht beständig auf ihm herumreitet und ihn fortgesetzt mit seiner Peitsche und Gott weiß womit sonst noch, vorwärts treibt; weil man den tugendhaften Menschen so zu Tode gehetzt hat, daß bald auch nicht der Schatten einer Tugend mehr an ihm sein wird, und nur noch ein paar Rippen und etwas Haut statt des Leibes von ihm übrig bleiben werden, weil man den tugendhaften Menschen einfach nicht mehr achtet. Nein, es ist endlich Zeit, auch mal den Schurken vor den Wagen zu spannen. Und so wollen wir ihn denn vor unseren Wagen spannen!
Bescheiden und dunkel ist die Herkunft unseres Helden. Seine Eltern waren Edelleute, ob freilich von altem oder nur von persönlichem Adel — das weiß der liebe Gott. Äußerlich zeigte er keine Ähnlichkeit mit ihnen: wenigstens hatte eine Verwandte, die bei seiner Geburt zugegen war, eine kleine kurze Dame, die man bei uns zu Lande einen Kiebitz zu nennen pflegt, das Kind auf die Arme genommen und ausgerufen: „Ach herrjeh! der ist aber ganz anders, wie ich ihn mir vorgestellt habe! Er sollte eigentlich der Großmama von mütterlicher Seite ähnlich sein, das wäre sicherlich das Beste gewesen, statt dessen gleicht er, wie das Sprichwort sagt: weder Vater noch Mutter sondern ’nem wandernden Junker.“ Das Leben sah ihn anfangs unfreundlich und mürrisch, wie durch ein trübes vom Schnee verwehtes Fenster an: er hatte weder einen Freund, noch Genossen seiner Kinderjahre! Ein kleines Stübchen, mit kleinen Fensterchen, die weder im Sommer noch im Winter geöffnet wurden; sein Vater war ein kranker Mann in einem langen mit Lammfell gefütterten Rock, und in gestrickten Pantoffeln, die er über die nackten Füße zog; beständig ging er im Zimmer auf und ab, seufzte und spuckte in den Sandnapf in der Ecke, ewig mußte der Knabe auf der Bank sitzen, die Feder in der Hand, Finger und Lippen mit Tinte beschmiert, die unvermeidliche Vorschrift vor Augen: „Du sollst nicht lügen, sollst die älteren Leute ehren und die Tugend im Herzen tragen!“ Das ewige Klappern und Schlürfen der Pantoffeln, die bekannte, ewig rauhe und strenge Stimme: „Machst du schon wieder Dummheiten?“ die sich immer dann vernehmen ließ, wenn das Kind, angewidert von der Einförmigkeit seiner Beschäftigung, irgend ein Häkchen oder Schnörkelchen an einem Buchstaben anbrachte; und dann das lang bekannte aber immer peinliche Gefühl, das den Worten folgte, wenn die Nägel der langen Finger sich von hinten heranbewegten und das Ohrläppchen so schmerzhaft zusammendrehten. Das ist das traurige Bild seiner ersten Kindheit, an die ihm nur eine schwache Erinnerung geblieben war. Aber im Leben ändert sich alles schnell und plötzlich: eines schönen Tages, als die ersten Strahlen der Frühlingssonne die Erde erwärmten, und die Bäche zu rauschen begannen, nahm der Vater seinen Sohn bei der Hand und bestieg mit ihm einen Bauernwagen, der von einem braungescheckten Pferdchen gezogen wurde, einem von jener Sorte, welche unsere Pferdehändler „Elstern“ zu nennen pflegen; der Wagen wurde von einem kleinen, buckligen Kutscher gelenkt, dem Stammvater der einzigen Leibeigenenfamilie, die Tschitschikows Vater gehörte. Fast anderthalb Tage lang dauerte die Fahrt, unterwegs übernachtete man einmal, setzte über einen Fluß, nährte sich von kalten Pasteten und gebratenem Hammelfleisch, und erreichte erst am dritten Tage gegen Morgen die Stadt. Diese machte einen tiefen Eindruck auf den Knaben durch den ungeahnten Glanz und die Pracht ihrer Straßen, daß er den Mund vor Erstaunen weit aufriß. Dann plumpste die „Elster“ mitsamt dem Wagen in eine Grube, welche den Anfang einer engen, abschüssigen und ganz mit Schmutz bedeckten Straße bildete; lange arbeitete sie dort aus aller Kraft, watete mit den Beinen im Kot herum, angespornt und ermuntert von dem buckligen Kutscher und dem Herrn selbst, bis sie die Kutsche schließlich aus dem Dreck herauszog und in einem kleinen Hof landete; dieser lag an einem kleinen Hügel; vor dem alten Häuschen standen zwei blühende Apfelbäume und hinter demselben befand sich ein kleines niedriges Gärtchen, das nur aus ein paar Ebereschen, Hollunderbüschen und einem ganz tief im Innern liegenden kleinen hölzernen Hüttchen bestand, welches mit Dachschindeln gedeckt war und ein einziges halberblindetes Fensterchen hatte. Hier wohnte eine Verwandte von Tschitschikow, ein altes vertrocknetes Mütterchen, die aber noch jeden Morgen auf den Markt ging und ihre Strümpfe an der Teemaschine trocknete. Sie klopfte den Jungen auf die Wange und freute sich darüber, daß er so dick und wohlgenährt aussah. Hier sollte er von nun ab bleiben und die städtische Schule besuchen. Der Vater blieb die Nacht über bei der Alten. Am andern Tage machte er sich wieder auf den Weg, um nach Hause zu fahren. Als er sich von seinem Sohne verabschiedete, vergoß er keine Träne: er gab ihm einen halben Rubel Kupfergeld für die kleinen Ausgaben und Naschwerk, und was bei weitem wichtiger war, noch ein paar weise Lehren dazu: „Merk dir’s Pawluscha, lerne was Ordentliches, treib keine Dummheiten und mach keine schlechten Streiche, vor allem aber: such stets deinen Vorgesetzten und Lehrern zu gefallen. Wenn du’s deinen Vorgesetzten recht machst, wird dir alles gelingen, selbst wenn du unbegabt bist und keine großen Fortschritte in den Wissenschaften machen solltest; und du wirst all deine Mitschüler überholen. Laß dich nicht zu viel mit den Kameraden ein; sie werden dir nicht viel Gutes beibringen; aber wenn es dennoch dazu kommt, dann wähle dir die zu Freunden, die wohlhabend und reich sind, denn sie können dir helfen und von Nutzen sein. Sei nicht zu freigiebig und gastfrei, sondern mache es immer so, daß die anderen dich einladen und freihalten; vor allem aber: sei sparsam und ehre den Pfennig: auf ihn kannst du dich eher verlassen, als auf alles in der Welt. Deine Freunde und Kameraden werden dich übers Ohr hauen, sie sind die ersten, die dich im Unglück verlassen, der Pfennig aber wird dich nie verlassen, weder in Not noch Gefahr! Mit dem Pfennig kannst du alles durchsetzen, wirst du alles erreichen, wonach dein Herz nur begehrt.“ Nach diesen weisen Lehren verabschiedete sich der Vater von seinem Sohne und trat die Rückreise mit seiner „Elster“ an. Der Sohn sollte ihn nie wiedersehen, allein, er bewahrte seine Worte und Lehren tief in der Seele.
Noch am folgenden Tage fing Pawluscha an, die Schule zu besuchen. Besondere Fähigkeiten für eine bestimmte Wissenschaft legte er nicht an den Tag; er zeichnete sich mehr durch Fleiß und Ordnungsliebe aus; dafür aber kam bei ihm bald eine andere Fähigkeit zum Durchbruch: ein großer praktischer Verstand. Er begriff sofort, worum es sich handelte und benahm sich im Verkehr mit den Kameraden ganz so, wie der Vater es ihn gelehrt hatte, d. h., er ließ sich stets einladen und freihalten, er selbst dagegen tat nie etwas derartiges, ja, er hob sich sogar mitunter die erhaltenen Gaben und Geschenke auf, um sie später bei Gelegenheit an den Geber selbst zu verkaufen. Schon als Kind hatte er es gelernt, sich alles zu versagen. Von dem halben Rubel, den er vom Vater erhalten hatte, nahm er keine Kopeke, sondern fügte noch im selben Jahre etwas zu dieser Summe hinzu, wobei er einen großen Unternehmungsgeist an den Tag legte: er knetete aus Wachs einen Dompfaffen, strich ihn hübsch an und verkaufte ihn sehr vorteilhaft. Dann versuchte er es eine Zeitlang mit andern Spekulationen und zwar mit folgenden: er kaufte auf dem Markte Eßwaren ein und setzte sich in der Schule neben die, welche am reichsten waren und das meiste Geld hatten; und wenn er bemerkte, daß einem Kameraden schlecht wurde — was ein Zeichen des eintretenden Hungergefühles war — ließ er ihn unter der Bank, wie im Versehen, die Ecke eines Pfefferkuchens oder eines Brötchens sehen. Hatte er ihn dann ganz wild gemacht, so nahm er ihm eine bestimmte Summe ab, die stets in einem gewissen Verhältnisse zur Größe seines Appetites stand. Zwei Monate lang machte er sich in seiner Wohnung ununterbrochen mit einer Maus zu schaffen, die er in einen kleinen hölzernen Käfig eingesperrt hielt; er brachte es endlich soweit, daß sich die Maus auf die Hinterbeine stellte, sich auf Befehl hinlegte und wieder aufrichtete, worauf er sie dann gleichfalls mit hohem Gewinn losschlug. Als er sich auf diese Weise ungefähr fünf Rubel zurückgelegt hatte, nähte er sie in ein Säckchen ein, und fuhr fort, neues Geld zu sparen. In seinem Verhalten zur Schulobrigkeit war er noch klüger. Niemand verstand es so gut, wie er, mäuschenstill auf der Bank zu sitzen. Hier müssen wir bemerken, daß der Lehrer ein großer Freund der Ruhe und eines guten Betragens war und die klugen und gescheiten Jungen nicht leiden konnte; es schien ihm immer, daß diese über ihn lachten. Es braucht nur einer, der im Verdacht stand, gescheit und witzig zu sein, sich ein wenig auf der Bank zu bewegen oder im Versehen mit der Wimper zu zucken, um den Zorn des Lehrers auf sich zu lenken. Er verfolgte und strafte ihn ganz unbarmherzig. „Ich will dir deinen Hochmut und deine Aufsässigkeit austreiben!“ rief er, „ich kenne dich durch und durch, so wie du dich selbst nicht kennst! Kniee einmal nieder! Du sollst schon erfahren, wie der Hunger schmeckt!“ Und der arme Knabe mußte sich die Kniee durchscheuern und tagelang hungern, ohne selbst zu wissen, warum. „Fähigkeit, Begabung, Talent — das ist alles Unsinn!“ pflegte der Lehrer zu sagen, „ich sehe vor allem aufs Betragen. Einem Schüler, der sich anständig benimmt, würde ich auch dann noch die besten Noten in allen Fächern geben, wenn er keinen Deut von allem versteht; wo ich dagegen jenen bösen Geist des Widerspruches und der Spottlust entdecke — da gibt’s eine 0 selbst wenn er einen Solon in die Tasche steckte!“ So pflegte der Lehrer zu sprechen; daher haßte er auch Krylow so ingrimmig, weil dieser in einer seiner Fabeln gesagt hatte: „Sauf meinethalben, doch verstehe deine Sache!“ Auch erzählte er immer mit großer Befriedigung, wobei sein Gesicht und seine Augen leuchteten, wie in der Schule, in der er früher unterrichtet hatte, eine solche Stille geherrscht habe, daß man eine Mücke durchs Zimmer fliegen hören konnte; daß keiner von den Schülern während des ganzen Jahres auch nur einmal zu husten und sich während der Stunde zu schneuzen wagte, und daß bis zum Glockenzeichen niemand hätte entscheiden können, ob jemand in der Klasse war oder nicht. Tschitschikow erfaßte sofort den Geist und die Absichten des Lehrers und was dieser unter einem guten Betragen verstand. Er bewegte kein Auge und zuckte während der ganzen Stunde auch nicht einmal mit der Wimper, man mochte ihn kneifen und zwicken, soviel man wollte; sowie das Glockenzeichen ertönte, stürzte Tschitschikow kopfüber an die Türe, um dem Lehrer als erster die Mütze zu reichen — der Lehrer trug eine gewöhnliche Bauernmütze; hierauf verließ er zuerst die Klasse und suchte ihm recht häufig auf der Straße zu begegnen, wobei er jedesmal ehrerbietig den Hut abnahm. Sein Verhalten war vom schönsten Erfolge gekrönt. Die ganze Zeit über, während er die Schule besuchte, war er sehr gut angeschrieben, und bei seinem Abgang erhielt er ein vorzügliches Zeugnis mit den besten Noten in sämtlichen Fächern und außerdem noch ein Buch mit einer Inschrift in goldenen Lettern: „Für lobenswerten Fleiß und musterhaftes Betragen.“ Bei seinem Abgang von der Schule war er bereits ein Jüngling von recht anziehendem Äußeren, mit einem Kinn, das der sorgsamen Pflege durchs Rasiermesser bedurfte. Um diese Zeit starb sein Vater. Er hinterließ seinem Sohne vier völlig abgetragene Flaushemden, zwei alte Röcke, die mit Lammfell gefüttert waren und eine ganz unbedeutende Geldsumme. Der Vater verstand es offenbar nur, gute Lehren im Sparen zu erteilen, er selbst aber hatte nur wenig zurückgelegt. Tschitschikow verkaufte sogleich das alte Häuschen samt dem dazugehörigen dürftigen Grund und Boden für tausend Rubel, und schickte die Leibeigenen-Familie die es bewohnt hatte, nach der Stadt, da er beabsichtigte, sich daselbst niederzulassen und in den Staatsdienst einzutreten. Um diese Zeit wurde sein armer Lehrer, der soviel Wert auf Ruhe und gutes Betragen legte, wegen seiner Unfähigkeit oder einer andern Verfehlung halber entlassen; er begann vor Gram zu trinken; aber bald reichten die Mittel nicht einmal mehr dazu; krank, hilflos, ohne einen Bissen Brot verkam und verhungerte er in irgend einer ungeheizten abgelegenen Dachkammer. Als seine früheren Schüler, hinter deren Witz und Scharfsinn er immer Ungehorsam und Aufsässigkeit gewittert hatte, von seiner Lage erfuhren, veranstalteten sie sofort eine kleine Geldsammlung für ihn, und verkauften sogar einige von ihren eigenen Sachen, die sie nur schwer entbehren konnten; nur Pawluscha Tschitschikow machte Ausflüchte, er habe nichts, und opferte bloß ein armseliges silbernes Fünfkopekenstück, das ihm die Kameraden mit den Worten: Oh, du Geizhals! vor die Füße warfen. Der arme Lehrer bedeckte sein Gesicht mit beiden Händen, als er von dieser Handlung seiner früheren Schüler erfuhr; die Tränen stürzten ihm in Bächen, wie bei einem hilflosen Kinde aus den erlöschenden Augen. „Noch auf dem Totenbett schickt Gott mir diese Tränen!“ rief er mit schwacher Stimme, er seufzte schmerzlich, als er vernahm, wie Tschitschikow an ihm gehandelt hatte und fügte hinzu: „Ach, Pawluscha, Pawluscha! Wie sich doch der Mensch verändert! Was für ein braver artiger Junge er doch war! Er hatte so gar nichts Wildes und war so weich wie Seide. Wie hat er mich betrogen, o, wie hat er mich doch betrogen! ...“