Einzelheiten. Die Damen zanken sich gerade deswegen, weil die eine haben möchte, daß Tschitschikow dies sei, während die andere wünscht, daß er etwas anders sei — und daher merken sie sich nur die Gerüchte, die zu ihrer Idee von ihm passen.
Andere Damen erscheinen auf der Bildfläche.
Die in jeder Beziehung angenehme Dame hat einen Hang zur Sinnlichkeit und liebt davon zu erzählen, wie sie diesen Hang zuweilen besiegt habe, und zwar mit Hilfe ihres Verstandes, und wie sie es immer verstanden habe, die Männer in einer gewissen Distanz zu halten. Übrigens geschah das eigentlich ganz von selbst und auf ganz unschuldige Weise. Es trat ihr nie einer zu nahe, aus dem einfachen Grunde, weil sie schon in ihrer Jugend eine große Ähnlichkeit mit einem Nachtwächter hatte, trotzdem sie so angenehm war und trotz all ihrer guten Eigenschaften. — „Nein, meine Liebe, wissen Sie, ich liebe es, den Mann erst ein wenig anzulocken, ihn dann abzustoßen und dann wieder anzulocken.“ So verfährt sie auch auf dem Ball mit Tschitschikow. Die andern überlegen sich es gleichfalls, wie sie sich benehmen sollen. Die eine tritt sehr respektvoll auf. Zwei Damen fassen sich unter, gehen auf und ab und nehmen sich vor, solange als möglich zu lachen. Dann finden sie plötzlich, daß Tschitschikow keine guten Manieren hat.
Die in jeder Beziehung angenehme Dame liebt es, Beschreibungen von Bällen zu lesen. Auch die Beschreibung des Wiener Kongresses interessiert sie sehr. Ferner interessiert sich diese Dame sehr für Toiletten, d. h. sie liebt es, andre Damen daraufhin zu beobachten, ob ihnen ein Kleid gut sitzt oder nicht.
Während sie auf ihrem Stuhl sitzt, beobachtet sie die Eintretenden. „Die N. versteht sich garnicht zu kleiden, nein wirklich sie versteht es nicht. Dieses Tuch kleidet sie garnicht.“ — „Wie reizend die Tochter des Gouverneurs gekleidet ist!“ — „Aber Liebste, sie ist doch abscheulich gekleidet.“ — Und wenn es selbst so wäre — —
Die ganze Stadt mit ihrem wilden Durcheinander von Klatschereien und Zwischenträgereien — ist das Urbild der Tatenlosigkeit und Hohlheit des menschlichen Lebens in seiner Masse. Das Geschwätz ist in die Welt gesetzt und mit ihm alle nur möglichen Kombinationen. Die Hauptzüge der Ballgesellschaft.
Das Urbild des Gegensatzes im II. Teil, der sich mit der in sich zerrissenen und zerklüfteten Tatenlosigkeit beschäftigt.
Wie könnte man alle Welten der Tatenlosigkeit und des Müßigganges in all ihren Spielarten auf die eine Art des städtischen Müßigganges zurückführen, und wie könnte man den städtischen Müßiggang zum Urbild der Untätigkeit und des Müßigganges der ganzen Welt erheben.
Dazu müssen alle ähnlichen Züge mit eingeschlossen werden, und es muß eine gewisse Stetigkeit in die Erzählung kommen.