Sie dachten nach und überlegten und beschlossen endlich, die Verkäufer auszufragen, mit denen Tschitschikow verhandelt, und denen er diese rätselhaften toten Seelen abgekauft hatte. Dem Staatsanwalt fiel die Aufgabe zu, zu Sabakewitsch zu gehen und mit ihm zu sprechen, und der Präsident erbot sich persönlich zu Karobotschka zu fahren. Wir wollen uns daher gleichfalls aufmachen, ihnen nachgehen und zusehen, was sie dort alles erfuhren.
Kapitel ...
Sabakewitsch lebte mit seiner Gemahlin in einem Hause, das etwas abseits von dem lauten und lärmenden Getriebe lag. Er hatte sich ein massives, solide gebautes Haus gewählt, wo ihm die Decke nicht überm Kopfe einzustürzen drohte, und in dem es sich bequem und glücklich leben ließ. Der Besitzer des Hauses war ein Kaufmann namens Kolotyrkin, auch ein sehr solider Herr. Sabakewitsch hatte nur seine Frau bei sich, seine Kinder waren nicht mitgekommen. Er fing schon an, sich zu langweilen, dachte bereits an die Abreise und wartete nur noch auf den Zins für ein Stück Land, das drei Bürger der Stadt bei ihm gepachtet hatten, um Rüben darauf zu pflanzen, sowie ferner auf ein modernes wattiertes Kleid, das seine Frau bei einen Schneider bestellt hatte, und das bald fertig sein sollte. Er wurde bereits ein wenig ungeduldig und schimpfte, während er in seinem Lehnstuhl saß, beständig auf die Gaunereien und Launen anderer Leute, wobei er an seiner Frau vorbeisah und auf die Ofenecke blickte. In einem solchen Moment trat der Staatsanwalt ins Zimmer. Sobakewitsch sagte: „Ich bitte,“ indem er sich einen Augenblick erhob, um sich jedoch sogleich wieder zu setzen. Der Staatsanwalt ging auf Feodulia Iwanowna zu, küßte ihr die Hand und nahm gleichfalls auf einem Stuhle Platz. Auch Feodulia Iwanowna ließ sich auf einem Stuhle nieder, nachdem sie den Handkuß in Empfang genommen hatte. Alle drei Stühle waren mit grüner Ölfarbe angestrichen, und die Ecken waren mit gelben Wasserlilien, der rohen Malerei eines Dilettanten geziert.
„Ich bin gekommen, um über eine wichtige Angelegenheit mit Ihnen zu sprechen,“ sagte der Staatsanwalt.
„Herzchen, geh doch auf dein Zimmer! Die Schneiderin wartet wahrscheinlich auf dich.“
Feodulia ging auf ihr Zimmer.
Der Staatsanwalt begann folgendermaßen: „Gestatten Sie mir eine Frage: was für Bauern haben Sie an Pawel Iwanowitsch Tschitschikow verkauft?“
„Wie meinen Sie das: was für Bauern?“ sagte Sabakewitsch. „Wir haben doch einen Kaufkontrakt aufgesetzt; da steht es drin, was es für Leute waren: der eine ist Wagenbauer ...“
„In der Stadt kursieren jedoch ....“ versetzte der Staatsanwalt ein wenig verlegen .... „In der Stadt kursieren Gerüchte ....“
„Es gibt eben zuviel Narren in der Stadt, von denen werden wohl die Gerüchte herstammen,“ sagte Sabakewitsch ruhig.