„Und wie denken Sie von der Gattin des Polizeimeisters?“ fragte hier Frau Manilow. „Finden Sie nicht auch, daß es eine äußerst liebenswürdige Dame ist?“

„Oh, das ist eine der würdigsten und achtbarsten Damen, die ich kennen gelernt habe!“ erwiderte Tschitschikow.

Auch der Gerichtspräsident und der Postmeister wurden nicht vergessen; so nahm man allmählich wohl sämtliche Beamten der Stadt durch, und es zeigte sich, daß es lauter höchst ehrenwerte Männer waren.

„Leben Sie immer auf dem Lande?“ fragte endlich Tschitschikow.

„Den größten Teil des Jahres!“ antwortete Manilow. „Wir fahren auch wohl hin und wieder in die Stadt, um mit gebildeten Menschen zusammen zu sein. Man verwildert ja ganz, wissen Sie, wenn man sich gänzlich vor der Welt verschließt.“

„Sehr wahr, sehr richtig!“ versetzte Tschitschikow.

„Es wäre ja natürlich etwas andres,“ fuhr Manilow fort, „wenn man angenehme Nachbarn, wenn man z. B. einen Menschen hätte, mit dem man sich sozusagen aussprechen, über die guten Manieren und feinen Umgangsformen unterhalten, irgend eine Wissenschaft treiben könnte, — wissen Sie, so was fürs Herz, was einen über sich selbst hinaushebt ...“ Er wollte noch etwas hinzufügen, da er aber merkte, daß er sich ein wenig vergaloppiert hatte, fuhr er nur mit der Hand durch die Luft und sagte: „Dann hätten natürlich das Land und die Einsamkeit viele Annehmlichkeiten. Aber ich habe tatsächlich niemanden. Höchstens liest man einmal den „Sohn des Vaterlandes“.

Tschitschikow war vollkommen damit einverstanden und fügte hinzu, es könne in der Tat gar nichts Schöneres geben, als ganz für sich allein zu leben, den herrlichen Anblick der Natur zu genießen und nur hin und wieder ein Buch zu lesen ...

„Aber wissen Sie,“ versetzte Manilow, „wenn man keinen Freund hat, dem man sich mitteilen kann ...“

„Oh ja, das ist richtig, das ist ganz richtig!“ unterbrach ihn Tschitschikow, „was könnten uns denn alle Schätze der Welt helfen? ‚Gute Freunde sind besser als alle Reichtümer der Erde‘ hat einmal ein weiser Mann gesagt.“