„Hm!“ dachte Tschitschikow, „ich könnte ja schließlich auch einen Besuch bei Nosdrjow machen. Er ist am Ende nicht schlimmer als die andern. Ein Mensch wie alle! Und zudem hat er noch Geld verloren. Der ist zu allem fähig. Dem werd ich schon umsonst etwas abtrotzen. — Also gut, meinetwegen! Nur eins, du darfst mich nicht zurückhalten; meine Zeit ist mir teuer.“

„Siehst du, Herzchen, so gefällst du mir; das ist nett von dir. Komm, laß dir einen Kuß dafür geben!“ Und Nosdrjow und Tschitschikow umarmten und küßten sich herzlich. „Famos, jetzt fahren wir zu dritt!“

„Nein, mich mußt du schon entschuldigen,“ sagte der Blonde. „Ich muß nach Hause.“

„Ach, Torheiten, Freund! Ich laß dich nicht fort.“

„Nein wirklich, meine Frau wird sonst böse; übrigens kannst du ja jetzt in seinen Wagen steigen.“

„Nein, nein, nein! Du sollst garnicht daran denken.“

Der Blonde war einer von jenen Menschen, in deren Charakter man zuerst einen gewissen Starrsinn zu entdecken glaubt. Man hat kaum Zeit den Mund zu öffnen, da fallen sie einem schon streitlustig ins Wort, und niemals werden sie etwas zugeben, was ihrer Denkweise widerspricht. Es scheint einem, daß sie nie einen Dummen klug nennen und vor allem niemals nach der Pfeife eines anderen tanzen werden. Am Ende aber zeigt es sich, daß in ihrem Wesen etwas Weiches, Nachgiebiges liegt, daß sie schließlich gerade das zugeben, was sie erst bestritten haben, das Dumme — klug nennen und den herrlichsten Tanz nach der fremden Pfeife aufführen. Sie fangen forsch an und enden schmählich.

„Ah, Torheiten,“ antwortete Nosdrjow auf einen Einwand des Blonden, drückte ihm den Hut auf den Kopf und — der Blonde folgte ihnen auf dem Fuße.

„Gnädiger Herr, der Schnaps ist noch nicht bezahlt,“ rief die Alte ihnen nach.

„Schon recht, schon recht, Mütterchen! Sei so gut, lieber Schwager, bezahle du für mich! Ich habe nicht mal Kupfer in der Tasche.“