„Warum bist du denn kein Freund davon?“
„Weil ich halt kein Freund davon bin,“ sagte Tschitschikow und zuckte die Achseln.
„Jammerlappen, du!“
„Was soll ich machen, wenn Gott mich mal so geschaffen hat.“
„Ein Schlappschwanz und nichts weiter. Früher hielt ich dich doch wenigstens noch für einen etwas anständigeren Menschen. Aber du hast ja keine Ahnung vom guten Benehmen. Mit dir kann man nicht sprechen wie mit einem Freunde, keine Spur von Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit. Der reinste Sabakewitsch! Solch ein Lump!“
„Sag mal, warum schimpfst du mich eigentlich? Bin ich denn schuld, daß ich nicht spielen kann? Verkauf mir doch die Seelen, wenn du schon so ein Kerl bist, der um jeden Dreck zittert!“
„Den Teufel kriegst du! Und noch dazu ohne Haare. Ich wollte sie dir zuerst gratis geben, aber jetzt bekommst du überhaupt nichts, und wenn du mir ein Königreich dafür bötest, ich geb sie nicht her. So ein Beutelschneider! So’n dreckiger Lehmbudiker! Von nun ab will ich mit dir überhaupt nichts zu tun haben. Porphyr geh mal runter und sag dem Stalljungen, er soll seinen Pferden keinen Hafer geben. Die brauchen nichts wie Heu zu fressen.“
Dieser Schluß kam Tschitschikow in der Tat unerwartet.
„Hätt’ ich dich doch lieber gar nicht gesehen!“ sagte Nosdrjow.
Dieser Zwist hinderte indessen den Hausherrn und seinen Gast nicht, zusammen zu Abend zu speisen, obwohl diesmal keine Weine mit komplizierten und merkwürdigen Namen auf dem Tische prangten. Nur eine einzige Flasche stand einsam da, mit einer Art Cypernwein, der aber im übrigen nichts anderes war, als was man einen sauren Krätzer zu nennen pflegt. Nach dem Abendessen führte Nosdrjow Tschitschikow in ein Seitengemach, wo bereits ein Bett für ihn aufgeschlagen war und sagte: „Da ist dein Bett. Ich mag dir nicht einmal gute Nacht wünschen.“